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Atomenergiebehörde: Iran produziert mehr nuklearwaffenfähiges Uranmetall

  • Bereits im Frühjahr warnten die Europäer: Irans Produktion von Uranmetall sei ein wichtiger Schritt zur Atomwaffenentwicklung.
  • Nun teilt die IAEA mit, dass Teheran unbeirrt weitermacht.
  • Die USA verlieren allmählich die Geduld.
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Wien. Iran setzt die Herstellung von nuklearwaffenfähigem Uranmetall fort. Dies teilte die Internationale Atomenergiebehörde IAEA am Dienstag in einem Bericht mit. Inspekteure hätten am Samstag bestätigt, dass der Iran inzwischen 200 Gramm Uranmetall mit einer Anreicherung von bis zu 20 Prozent produziert habe, hieß es unter Berufung auf IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi. Er hatte noch im Februar von einer geringen Menge von 3,6 Gramm berichtet, die laut seinen Gutachtern in einer Anlage in Isfahan hergestellt wurden.

Europäische Unterzeichnerstaaten des Atompakts von 2015 hatten die iranischen Aktivitäten im Frühjahr als „wichtigen Schritt zur Entwicklung einer Nuklearwaffe“ bezeichnet.

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So funktioniert die Urananreicherung
0:49 min
Der weitere Rückzug des Iran aus dem internationalen Atomabkommen schreckt die internationale Gemeinschaft auf.  © Afp
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Iran verstößt konsequent gegen Auflagen des Atomdeals

Die Uranmetallproduktion ist dem Iran gemäß dem Abkommen untersagt, das dem Land wirtschaftliche Anreize im Gegenzug für Beschränkungen seines Nuklearprogramms bot. 2018 stiegen die USA unter ihrem damaligen Präsidenten Donald Trump aus dem Vertrag aus, da er aus seiner Sicht nachverhandelt werden müsse. Seitdem verstößt Teheran ein ums andere Mal gegen Auflagen des Deals, um auf die anderen Unterzeichnerstaaten Druck auszuüben. Dem Iran geht es dabei darum, weitere Zugeständnisse zu bekommen, um die mit dem US-Ausstieg neu verhängten Sanktionen abzufedern.

Westeuropäische Staaten sowie Russland und China versuchen den Nuklearpakt zu retten. US-Präsident Joe Biden zeigte sich zwar offen für einen Wiederbeitritt, macht dies aber von einer Wiedereinhaltung der Auflagen durch den Iran abhängig. Teheran verlangt hingegen, dass die USA sämtliche Strafmaßnahmen aufheben. Über Monate gab es dazu Verhandlungen in Wien, die letzte Gesprächsrunde endete im Juni ergebnislos. Ein Datum für die Wiederaufnahme des Dialogs gibt es nicht.

Die iranische Uranmetallproduktion trübt die Hoffnung auf eine rasche Wiederbelebung des Atomabkommens. US-Außenamtssprecher Ned Price kritisierte Teherans Vorgehen als „unkonstruktiv“. Der Iran habe keinen glaubhaften Bedarf an der Herstellung von Uranmetall. Die nuklearen Bestrebungen hätten Auswirkungen auf die US-Sichtweise auf eine Rückkehr zum Atomdeal. Price deutete zudem an, dass die USA  allmählich die Geduld verlören. Man gebe zwar keine Frist für Verhandlungen vor, doch werde das Zeitfenster nicht unendlich offen bleiben.

RND/AP

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