Atomabkommen mit Iran: Russland sieht Chancen auf Rettung

  • Das iranische Parlament hatte zuletzt beschlossen, dass die Urananreicherung deutlich hochgefahren werden soll.
  • Russland sieht dennoch Chancen, das Ruder beim Wiener Atomabkommen herumzureißen.
  • Dafür brauche es vor allem zwei Dinge, sagt Vize-Außenminister Sergej Rjabkow .
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Moskau. Russland sieht trotz der geplanten Ausweitung des iranischen Nuklearprogramms Chancen zur Rettung des internationalen Atomabkommens aus dem Jahr 2015. Dies sei möglich, wenn „alle Seiten Zurückhaltung und Verantwortung zeigen“, sagte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow am Dienstag in Moskau nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax. „Wir appellieren an die iranische Seite, die Sätze nicht zu erhöhen und verantwortungsvoll zu handeln.“

Das Parlament in Teheran hatte kürzlich beschlossen, dass die nationale Atomorganisation pro Jahr künftig 120 Kilogramm 20-prozentiges Uran herstellt und lagert. Der derzeitige Anreicherungsgrad liegt bei knapp unter 5 Prozent. Zudem sollen weitere Zentrifugen in der iranischen Urananreicherungsanlage Natanz installiert werden. Rjabkow mahnte, dies trage nicht zu der „ohnehin komplizierten und angespannten Lage rund um das iranische Atomprogramm“ bei.

Auch Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatten sich in einer gemeinsamen Erklärung bereits besorgt gezeigt. International ruhen die Hoffnungen nun darauf, dass die USA unter dem neuen Präsidenten Joe Biden zum Atomabkommen zurückkehren. Auch Russland will daran festhalten. Das Abkommen sollte dem Iran ein ziviles Atomprogramm ermöglichen, aber eine atomare Bewaffnung verwehren. Es war an die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen geknüpft.

RND/dpa

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