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Äthiopiens Regierungschef: Eritrea zieht Truppen aus aus Land ab

  • Lange hatte Äthiopiens Regierungschef die Verwicklung eritreischer Truppen in den Tigray-Konflikt abgestritten.
  • Erst am Dienstag räumte er deren Präsenz im Land ein.
  • Und nun verkündigt er, dass Eritrea seine Truppen aus Äthiopien abzieht.
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Addis Abeba. Im Tigray-Konflikt will Eritrea nach Angaben der äthiopischen Regierung seine Truppen aus Äthiopien abziehen. Das hätten Gespräche mit Eritreas Präsident Isaias Afewerki ergeben, teilte Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed am Freitag mit. Lange hatte Abiy die Verwicklung eritreischer Truppen in den Konflikt mit der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) im Norden Äthiopiens abgestritten, erst am Dienstag hatte er erstmals deren Präsenz eingeräumt.

Die eritreischen Truppen hätten die Grenzen des Nachbarlandes Äthiopien überschritten, nachdem die TPLF Raketen in Richtung Eritreas Hauptstadt Asmara geschossen hätten, sagte Abiy. Eritrea habe weitere Angriffe verhindern und seine Sicherheit wahren wollen. Nun übernähmen äthiopische Truppen die Sicherung der Grenzgebiete.

Die Regierung in Addis Abeba hatte im November eine Militäroffensive gegen die TPLF begonnen, die bis dahin in der gleichnamigen Region im Norden Äthiopiens an der Macht war. Hintergrund waren jahrelange Spannungen zwischen der TPLF und der Zentralregierung. Tausende Menschen sind derzeit auf der Flucht.

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Experten zufolge waren die eritreischen Truppen auf Einladung Abiys in Äthiopien, um die Streitkräfte seines Landes zu unterstützen. Doch jüngst war der internationale Druck auf Äthiopien gestiegen, die Soldaten Eritreas auszuweisen. Human Rights Watch, Amnesty International und die eritreische Menschenrechtskommission (EHRC) warfen den eritreischen Truppen grobe Menschenrechtsverstöße vor.

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Äthiopien und Eritrea trugen von 1998 bis 2000 einen blutigen Grenzkonflikt aus und unterhielten danach jahrelang keine diplomatischen Beziehungen. Erst 2018 begruben beide Länder das Kriegsbeil. Auch dafür bekam Abiy 2019 den Friedensnobelpreis.

RND/dpa

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