Äthiopien: Laut Amnesty mehr als 100 Opfer bei Massaker

  • In Äthiopien hat es Amnesty International zufolge ein Massaker zwischen ethnischen Gruppen gegeben, bei dem mindestens 100 Menschen umgebracht worden sind.
  • Die Zahl der Toten werde weiter steigen.
  • In dem Land haben die Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen unter Ministerpräsident Abiy Ahmed in den vergangenen Jahren weiter zugenommen.
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Addis Abeba . Laut Amnesty International sind im Westen von Äthiopien mehr als 100 Menschen bei einem Massaker umgebracht worden.

Am Mittwochmorgen hätten bewaffnete Angehörige der Bevölkerungsgruppen der Amhara, Oromo und Shinasha Dörfer in der Region Benishangul-Gumuz angegriffen, teilte die Menschenrechtsorganisation mit. Es seien Menschen erstochen und erschossen sowie Häuser in Brand gesteckt worden.

Amnesty sprach eigenen Angaben zufolge mit fünf Überlebenden des Angriffs per Telefon. Es gebe bislang Berichte über mindestens 100 Tote, die Zahl werde aber wahrscheinlich steigen.

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Die regionale Nachrichtenagentur der Amhara Region, die Amhara Mass Media Agency, berichtete, Augenzeugen hätten von mehreren Dutzenden Toten und abgebrannten Häusern erzählt.

Seit September Wellen der Gewalt

Dieser brutale Angriff unterstreiche die „dringende Notwendigkeit, dass Äthiopiens Regierung handeln muss, um die Gewalt gegen ethnische Minderheiten zu stoppen“, sagte Netsanet Belay von Amnesty International.

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Über 90 Tote nach Protesten in Äthiopien
1:10 min
Auslöser für die Demonstrationen war der Tod des Musikers Haacaaluu Hundeessaa, der am Montagabend erschossen worden war.  © Reuters
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Seit September hat es demnach mehrere Wellen der Gewalt gegen Mitglieder der Amhara, Shinasha, Oromo und Agew in dieser Region gegeben.

Im Vielvölkerstaat Äthiopien mit seinen rund 112 Millionen Einwohnern gibt es etliche Spannungen zwischen Bevölkerungsgruppen. Sie haben unter dem seit 2018 regierenden Ministerpräsident Abiy Ahmed zugenommen.

Derzeit herrscht in der nördlichen Region Tigray ein Konflikt zwischen der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), die dort an der Macht war, und der Zentralregierung in Addis Abeba.

RND/dpa

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