Äthiopien-Krieg: Abiy Ahmed beginnt Offensive auf Stadt Mekele

  • Der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed hat seine Ankündigung wahr gemacht.
  • An diesem Samstag startete er seine Offensive gegen die Stadt Mekele mit ihren 500.000 Einwohnern.
  • Viele waren bereits geflüchtet – was die Angriffe bei den Verbleibenden anrichten werden, kann man nur befürchten.
Anzeige
Anzeige

Das äthiopische Militär hat trotz aller internationaler Forderungen zur Deeskalation eine Offensive auf die Hauptstadt der abtrünnigen Region Tigray begonnen.

Der Fernsehsender der Region meldete am Samstagmittag den Beschuss von Mekele mit ihren rund 500 000 Einwohnern. Ein Bericht aus der Stadt bestätigte, dass die Angriffe begonnen hätten.

Abiy will TPLF entmachten

Anzeige

Der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed will die in Tigray regierende Volksbefreiungsfront TPLF entmachten und deren Anführer verhaften lassen. Abiy und die TPLF, die vor Abiys tiefgreifenden politischen Reformen eine führende Rolle in der Regierungskoalition in Äthiopien hatte, streiten einander gegenseitig die Legitimität ab.

Internationale Forderungen zum Dialog lehnte Abiy, der für seine Reformen erst 2019 den Friedensnobelpreis bekommen hatte, ab.

Viele Bewohner flohen

Die äthiopische Regierung war am Samstag ebenso wenig für eine Stellungnahme erreichbar wie die Führung der TPLF in Mekele. Abiy hatte seinen Truppen am Donnerstag den Marschbefehl auf Mekele erteilt.

Anzeige

Den Bewohnern der Stadt, die der TPLF die Treue halten, drohte seine Regierung mit einer gnadenlosen Bestrafung. Gleichzeitig versprach sie darauf zu achten, dass möglichst wenige Zivilisten zu Schaden kommen. Viele Bewohner Mekeles flohen aus der Stadt.

Die Region Tigray ist seit Anfang November fast gänzlich von der Außenwelt abgeschnitten. Damals hatte Abiy eine Militäroperation gegen die TPLF angekündigt, der er einen Angriff auf einen Militärstützpunkt vorwarf.

Anzeige

Berichten zufolge bereits hunderte Tote

Die Lage in der Region mit ihren sechs Millionen Einwohnern ist von außen schwer zu bewerten, weil auch Internet- und Telefonverbindungen weitgehend gekappt sind. Aber Berichten zufolge sollen bereits Hunderte Menschen ums Leben gekommen sein. Zusätzlich flüchteten mehr als 43 000 in den angrenzenden Sudan.

Die Offensive auf das dicht besiedelte Mekele dürfte die Opferzahl weiter nach oben treiben. Der äthiopische Generalmajor Hassan Ibrahim versprach, die Stadt von allen Fronten aus einzunehmen.

Anzeige

Einige Gesuchte würden vielleicht versuchen, sich zu verstecken, aber das äthiopische Militär werde sie jagen und fangen, sagte er nach einem Bericht der äthiopischen Nachrichtenagentur.

RND/AP

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen