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Auch Italien, Frankreich und Spanien stoppen Corona-Impfungen mit Astrazeneca-Vakzin

  • Mehrere Länder hatten die Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca bereits gestoppt.
  • Auch Deutschland folgte am Montag einer Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts.
  • Italien, Frankreich und Spanien setzen die Immunisierungen mit dem Vakzin jetzt ebenfalls aus.
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Rom. Italien hat die Verabreichung des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca landesweit gestoppt. Das teilte die italienische Arzneimittel-Agentur Aifa am Montag mit. Die Verwendung werde vorsorglich und vorübergehend eingestellt, bis eine Entscheidung der Europäische Arzneimittelbehörde EMA vorliege, hieß es in der Mitteilung weiter. Die Entscheidung fiel demnach im Einklang mit denen anderer Länder in Europa.

Frankreich setzt Impfungen mit Astrazeneca bis mindestens Dienstag aus

So setzt etwa auch Frankreich Impfungen mit dem Vakzin vorerst aus. Frankreich wolle bis zur Einschätzung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA den Impfstoff erstmal nicht mehr einsetzen, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Montag beim französisch-spanischen Gipfel mit dem spanischen Regierungschef Pedro Sánchez im südwestfranzösischen Montauban. Es handle sich um eine „Vorsichtsmaßnahme“, und es bestehe die Hoffnung, dass die Impfungen mit Astrazeneca schnell wieder aufgenommen werden könnten. Macron gab an, Astrazeneca bis mindestens Dienstagnachmittag aussetzen zu wollen.

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Spanien schloss sich an. Die Maßnahme gelte für zwei Wochen, gab Gesundheitsministerin Carolina Darias am Montag in Madrid bekannt. In dieser Zeit würden Experten die Sicherheit des Vakzins prüfen. Es handele sich dabei um einen „vorsorglichen und vorübergehenden“ Schritt. Bereits mehrere der 17 Regionen Spaniens haben die Verabreichung des Astrazeneca-Impfstoffs gestoppt, obwohl die Bundesregierung in Madrid bisher betont hatte, dass es keinen Grund zu einer Änderung der Impfpolitik gebe.

Zuvor hatte auch Deutschland mitgeteilt, die Corona-Impfungen mit dem Präparat des britisch-schwedischen Herstellers vorsorglich auszusetzen. Es verwies auf eine aktuelle Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts zu notwendigen weiteren Untersuchungen.

Astrazeneca-Impfungen: Todesfälle ohne Nachweis von Kausalzusammenhang

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In Italien waren in der vergangenen Woche und am Wochenende Menschen gestorben, die zuvor mit dem Vakzin von Astrazeneca geimpft worden waren. Die Aifa hatte die Verwendung der betreffenden Chargen zunächst gestoppt. Italienische Experten hatten das Corona-Vakzin zuletzt weiter für sicher befunden. Sie hatten auch betont, dass es zwar einen zeitlichen Zusammenhang zwischen den Impfungen und den Todesfällen gegeben habe, jedoch kein kausaler Zusammenhang nachgewiesen wurde.

Tschechien setzt Astrazeneca-Impfungen fort

Tschechien will anders als Deutschland, Frankreich und Italien die Verabreichung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca vorerst fortsetzen. „Der positive Nutzen des Impfstoffs ist unleugbar - und es gibt keinen Grund für Befürchtungen“, sagte Gesundheitsminister Jan Blatny nach einer Kabinettssitzung am Montag in Prag. Zugleich versicherte er, dass man die jüngsten Vorfälle in anderen Ländern und ihre Untersuchung sehr sorgfältig verfolge.

In Tschechien mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern sind bisher mehr als eine Million Impfstoff-Dosen verabreicht worden - von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca. Derzeit kämpft das Land mit einer dramatischen dritten Corona-Welle. Innerhalb von sieben Tagen steckten sich mehr als 720 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus Sars-CoV-2 an. In Deutschland liegt dieser Wert bei 82,9.

Blatny sprach sich für eine Verlängerung des harten Lockdowns bis nach Ostern aus. Man müsse einen Anstieg der Infektionen wie nach Weihnachten verhindern, sagte der Mediziner. Die Belastung der Krankenhäuser sei noch nicht deutlich zurückgegangen. Derzeit dürfen die Menschen ihren Bezirk nur in Ausnahmegründen verlassen. Schulen und die meisten Geschäfte sind geschlossen.

Das britisch-schwedische Pharmaunternehmen veröffentlichte am Sonntag eine Mitteilung, in der erneut die Sicherheit des Vakzins „basierend auf klaren wissenschaftlichen Beweisen“ betont wurde. Es gebe weniger Berichte über Thrombosefälle unter den Geimpften als in der Bevölkerung allgemein, erklärte Astrazeneca.

RND/dpa/AP

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