Hausärzte fordern bei Freigabe von Astrazeneca Impfung in Praxen

Eine Impfampulle mit dem Astrazeneca-Wirkstoff.

Eine Impfampulle mit dem Astrazeneca-Wirkstoff.

Berlin. Die Hausärzte fordern, im Fall der Aufhebung des Impfstopps das Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca rasch in den Arztpraxen zu verimpfen. „Auch wenn sich zeigt, dass der Impfstoff für die meisten unbedenklich ist, wird es leider nicht gerade leicht werden, das Vertrauen wieder aufzubauen“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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Dies wird eines enormen Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient bedürfen – auch das spricht für einen schnellen Impfstart in den Hausarztpraxen, denn im Impfzentrum wird das sicherlich nicht möglich sein“, fügte er hinzu.

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Deutschland und eine Reihe weiterer Staaten hatten einen Impfstopp verfügt, nachdem es in zeitlicher Nähe zur Immunisierung bei mehreren Menschen zu einem gefährlichen Blutgerinnsel in Hirnvenen gekommen war. In Deutschland wurden mittlerweile acht derartige Fälle überwiegend bei Frauen ermittelt – bei rund 1,6 Millionen Impfungen.

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Entscheidung der EMA am Donnerstag

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA wird am Donnerstag entscheiden, ob – und wenn ja, unter welchen Bedingungen – das Vakzin von Astrazeneca weiter verimpft werden kann. Offen ist bisher, ob es tatsächlich einen direkten Zusammenhang gibt. Möglich wäre auch, dass nur bestimmte Chargen des Impfstoffs die Erkrankung verursacht haben.

Nach Impfstopp: Mit Astrazeneca Geimpfte fordern zweite Dosis ein

Die erste Impfung wurde ohne Komplikationen verabreicht und nun freute sich Annette Swertz bereits auf den zweiten Termin.

In der Bundesregierung wird davon ausgegangen, dass der Impfstoff selbst dann, wenn ein gewisses Thromboserisiko besteht, wieder freigegeben wird. Dabei wird in Regierungskreisen darauf verwiesen, dass auch durch Verzögerungen beim Impfen Menschenleben gefährdet würden.

Für möglich gehalten wird es allerdings, dass die EMA die Verwendung des Vakzins für bestimmte Personengruppen einschränkt und/oder eine Überarbeitung der Risikoaufklärungsbögen fordert. In diesem Fall dürfte es noch einige Tage dauern, bis weiter geimpft werden kann.

Jeder Tag zählt. Wir haben keine Zeit zu verlieren.

Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)

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Auch der Chef der Kassenärzte, Andreas Gassen, rief Bund und Länder dazu auf, schneller als bisher geplant mit dem Impfen in den Praxen zu beginnen. „Jeder Tag zählt. Wir haben keine Zeit zu verlieren“, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) dem RND.

„Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten müssen gemeinsam mit der Kanzlerin auf dem nächsten Impfgipfel die Weichen dafür stellen, dass das Impfen schnell in die Praxen überführt werden kann“, betonte er. „Die niedergelassenen Hausärzte und Fachärzte stehen bereit, um flächendeckend zu impfen.“

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich darauf geeinigt, erst Mitte April mit dem Impfen in den Praxen zu beginnen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) strebt nach wie vor einen früheren Termin an. Endgültige Beschlüsse sollen am Freitag bei einem Impfgipfel der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gefasst werden.

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