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Lauterbach: Aussetzen von Corona-Impfungen mit Astrazeneca ist ein Fehler

  • Deutschland stoppt vorerst vorsorglich sämtliche Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca.
  • Das Paul-Ehrlich-Institut will weitere Untersuchungen vornehmen.
  • SPD-Politiker Karl Lauterbach hält das Aussetzen der Impfungen für einen Fehler. Damit ist er nicht allein.
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Berlin. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die Entscheidung des Bundesgesundheitsministeriums zum vorsorglichen Aussetzen der Corona-Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca krisitiert. „Auf der Grundlage der vorliegenden Daten halte ich das für einen Fehler“, schrieb er am Montag auf Twitter.

Und weiter: „Die Prüfung ohne Aussetzung der Impfung wäre wegen der Seltenheit der Komplikation besser gewesen. In der jetzt Fahrt aufnehmenden 3. Welle wären die Erstimpfungen mit dem AstraZeneca Impfstoff Lebensretter.“

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Zuvor hatte das Bundesgesundheitsministerium mitgeteilt, die Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca auf Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts vorsorglich auszusetzen. Es hatte neue Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen gegeben.

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Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach von sieben berichteten Fällen bei mehr als 1,6 Millionen Impfungen in Deutschland. Im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa halte das Paul-Ehrlich-Institut jedoch weitere Untersuchungen für notwendig.

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping zeigte Verständnis für die Entscheidung. „Sicherheit geht vor. Ich setze auf eine zügige Klärung. Natürlich wirft diese Entwicklung unsere Impfpläne gehörig zurück“, sagte die SPD-Politikerin der „Leipziger Volkszeitung“.

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Ähnlich sieht es Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens. Sie bezeichnete Entscheidung als „absolut nachvollziehbar und richtig“. „Die Sicherheit und Gesundheit der Menschen geht vor, das ist vollkommen klar“, sagte Behrens am Montagabend laut einer Erklärung.

Zwar werde die Impfkampagne durch das einstweiligen Stopp des Astrazeneca-Vakzins zurückgeworfen. Dennoch sei es absolut unerlässlich, dass das Paul-Ehrlich-Instituts jetzt akribisch mögliche Zusammenhänge zwischen der Impfung und aufgetretenen Hirnvenen-Thrombosen aufdecke oder ausschließe.

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Gesundheitsminister Spahn: Corona-Impfungen mit Astrazeneca ausgesetzt
1:13 min
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat alle Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff in Deutschland ausgesetzt.  © Reuters

Der Grünen-Europapolitiker Erik Marquardt kritisierte die Entscheidung dagegen scharf. „Die #AstraZeneca-Aussetzung zerstört Vertrauen in einen guten Impfstoff, bloß weil niemand mehr Verantwortung für Entscheidungen übernehmen will. Mit dieser bürokratischen Lethargie würde man bei Seenot auch nicht vom sinkenden Schiff springen, weil man dabei nass werden könnte“, schrieb er auf Twitter.

Mit Unverständnis reagierte auch die Europapolitikerin Katarina Barley (SPD): „Übrigens: die neueste Generation der Antibabypille hat als Nebenwirkung Thrombosen bei 8-12 von 10.000 Frauen. Hat das bisher irgendwen gestört?“, teilte die Vizepräsidentin des Europaparlaments über Twitter mit.

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Angesichts der wachsenden Zahl an europäischen Ländern, die das Impfen mit Astrazeneca aussetzen, forderte die Deutsche Krankenhausgesellschaft ein gemeinsames europäisches Vorgehen und die Gründung einer Taskforce. „Es kann nicht sein, dass jedes europäische Land bei der Entscheidung über den Impfstoff AstraZeneca seinen eigenen Weg geht“, sagte der designierte DKG-Hauptgeschäftsführer Gerald Gaß dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

RND/cz/epd

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