Astrazeneca-Freigabe: Jeder schnell Geimpfte nutzt allen

  • Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, das Vakzin von Astrazeneca für alle Impfwilligen freizugeben.
  • Das ist eine pragmatische Lösung.
  • Die Entscheidung, auch beim Impfintervall mehr Flexibilität einzuräumen, hat jedoch ihre Tücken, kommentiert Tim Szent-Ivanyi.
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Berlin. Die Freigabe des Vakzins von Astrazeneca ist eine pragmatische Entscheidung.

Das monatelange Hin und Her um den Impfstoff hat Teile der Bevölkerung so verunsichert, dass viele Menschen vor einer Spritze mit diesem Vakzin zurückschrecken.

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Bundestag beschließt Lockerungen für Geimpfte und Genesene
1:19 min
Die Koalition sowie Linke und Grüne stimmten dafür. Die AfD sprach von einem weiteren Schritt zu einer Impfpflicht durch die Hintertür.  © Reuters
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Nach wie vor ist zwar das Risiko, nach einer Impfung an einer Thrombose zu erkranken, kleiner, als sich ohne Impfung mit dem Coronavirus zu infizieren. Doch die Sorgen der Menschen müssen respektiert werden.

Sie mit neuen Kampagnen von Astrazeneca überzeugen zu wollen, dürfte kaum wirkungsvoll sein.

Infektionszahlen sinken durch Impffortschritt

Gleichzeitig gibt es viele Interessenten, die derzeit noch leer ausgehen. Auch mit Blick auf die ab dem Wochenende geltenden Lockerungen für vollständig Geimpfte steigt das Interesse an einem schnellen Impftermin – auch mit Astrazeneca. Das nutzt allen.

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Denn jeder Geimpfte bringt das Land näher an die Herdenimmunität.

Dabei zeigen Erkenntnisse aus Israel, aus den USA und Großbritannien, dass jeder Piks schon jetzt für das gesamte Infektionsgeschehen enorm wichtig ist: Bei zunehmender Durchimpfung scheinen die Infektionszahlen zu sinken. Eine Entwicklung, von der auch Deutschland offenbar gerade profitiert.

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An einem Punkt ist allerdings Vorsicht geboten: Bund und Länder haben sich auch darauf geeinigt, es in die Hände von Arzt und Impfling zu legen, wann die Zweitimpfung angesetzt wird.

Gerade jetzt, wo ein Sommerurlaub mit vielen Freiheiten wieder wahrscheinlicher wird, macht es natürlich einen großen Unterschied, ob man nach vier oder erst nach zwölf Wochen den zweiten Piks bekommt.

Dazu muss man allerdings wissen, dass nach Daten unter anderem aus Großbritannien die Effektivität der Astrazeneca-Impfung steigt, je größer der Abstand zwischen der ersten und der zweiten Impfung ist.

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Die Entscheidung will daher gut überlegt sein.

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