Assange-Unterstützer protestieren auf der Londoner Themse

  • Am Samstag feiert der inhaftierte Wikileaks-Gründer Julian Assange seinen 50. Geburtstag.
  • Kurz vorher haben seine Verlobte und etliche Unterstützer auf der Londoner Themse seine Freilassung gefordert.
  • Wie es mit dem Whistleblower weitergeht, ist ungewiss.
Anzeige
Anzeige

London. Unterstützer des inhaftierten Julian Assange haben von einem Boot auf der Londoner Themse aus die Freilassung des Wikileaks-Gründers gefordert. „Es dauert schon viel zu lange an - es muss aufhören. Er ist kein Verbrecher“, sagte Assanges Verlobte Stella Moris der Nachrichtenagentur PA über die Inhaftierung.

Moris und etliche weitere Unterstützerinnen und Unterstützer schipperten am Donnerstag - zwei Tage vor Assanges 50. Geburtstag - am Londoner Parlament und der US-Botschaft vorbei, um auf ihre Forderung aufmerksam zu machen. Es wird bereits der dritte Geburtstag sein, den der gebürtige Australier im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh verbringt. Moris und Assange planen derzeit sogar eine Hochzeit im Gefängnis.

Video
Assange-Anwältin: "Sie wollen ihn in einem dunklen Loch verschwinden lassen"
1:31 min
Für die Partnerin und die Anwältin von Julian Assange ist die abgelehnte Auslieferung des WikiLeaks-Gründers an die USA nur zum Teil ein Grund zur Freude.  © Reuters
Anzeige

Obwohl der Antrag der USA auf die Auslieferung Assanges im Januar von einem Gericht in London unter Verweis auf seine psychische Gesundheit abgelehnt wurde, ist er weiterhin in Haft. Washington hatte Berufung eingelegt. Ob dem Antrag stattgegeben wird, ist noch unklar.

Leben von US-Informanten in Gefahr gebracht

Die US-Justiz wirft Assange vor, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen und veröffentlicht zu haben. Er habe damit das Leben von US-Informanten in Gefahr gebracht, lautet der Vorwurf.

Seine Unterstützer sehen in ihm hingegen einen investigativen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht gebracht hat. Jahrelang hatte sich Assange einer Festnahme durch die Flucht in die ecuadorianische Botschaft in London entzogen - zunächst wegen Vergewaltigungsvorwürfen aus Schweden, die später fallengelassen wurden.

In den USA drohen ihm im Fall einer Verurteilung bis zu 175 Jahre Haft. Moris setzt inzwischen darauf, dass die neue US-Regierung unter Joe Biden die Anklage gegen ihren Partner fallen lässt.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen