• Startseite
  • Politik
  • Ärztepräsident verlangt schonungslose Krisenanalyse – vieles „kaputtgespart“

Ärztepräsident verlangt schonungslose Krisenanalyse – vieles „kaputtgespart“

  • Ärztepräsident Klaus Reinhardt sieht großen Verbesserungsbedarf von Notfallplänen bis zur Pflege.
  • Er warnt aber auch vor zusätzlichem Kostendruck.
  • Reinhardt verlangt eine eine kritische Analyse der in der Corona-Krise zu Tage getretenen Schwächen.
Anzeige
Anzeige

Ärztepräsident Klaus Reinhardt sieht als Lehre aus der Corona-Krise großen Verbesserungsbedarf von Notfallplänen bis zur Pflege – aber auch eine Warnung vor zusätzlichem Kostendruck.

Video
Corona-Impfungen: Betriebsärzte sollen spätestens Anfang Juni einsteigen
0:51 min
Ab Juni sollen Betriebsärzte in Deutschland mitimpfen. Vorgesehen sind dann laut Bundesgesundheitsministerium für sie mindestens 500 000 Impfdosen pro Woche.  © dpa

„Wir brauchen eine kritische Analyse der jetzt zu Tage getretenen Schwächen“, sagte der Chef der Bundesärztekammer der Deutschen Presse-Agentur. „Der Wert des Gesundheitswesens ist in der Krise aber sehr deutlich geworden.“

Anzeige

Daran sollte man sich erinnern, wenn wieder Debatten darüber geführt würden, wie Strukturen ausgedünnt und auf reine Kosteneffizienz getrimmt werden sollten.

Nicht wieder wie im Frühjahr 2020

Lehren aus dem Corona-Krisenmanagement sind ein Thema des Deutschen Ärztetages, der an diesem Dienstag als Onlineveranstaltung beginnt. Es sind die ersten großen Beratungen der Ärzteschaft seit Beginn der Pandemie, nachdem der Ärztetag im vergangenen Jahr ausgefallen war.

Reinhardt sagte, Deutschland müsse sich den Mehraufwand für Reserven an Betten oder Schutzausrüstung leisten. „Es darf nicht wieder so etwas wie im Frühjahr 2020 passieren, als wir nicht einmal Masken und Schutzkleidung hatten.“

Katastrophenpläne und Vorgaben für Krisenstäbe müssten standardisiert und laufend aktualisiert werden. „Der Ernstfall muss regelmäßig geübt werden.“

In der Alten- und Krankenpflege seien Druck und Personalmangel nicht erst durch Corona entstanden. „Viele Mitarbeiter in diesen Bereichen müssen sich jetzt komplett verausgaben, um die Krise einigermaßen managen zu können.“

Pflegekräfte am Anschlag

Diese Menschen dürfe die Politik nicht aus dem Blick verlieren. „Sie verdienen eine höhere Wertschätzung, bessere Arbeitsbedingungen und auch eine bessere Bezahlung.“

Zu den Gesundheitsämtern sagte Reinhardt, man habe nun die Erfahrung machen müssen, dass der öffentliche Gesundheitsdienst „geradezu kaputtgespart“ worden sei. „Das muss dringend umgekehrt werden.“

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen