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Ärzte dringend gesucht – für die Massenimpfung fehlt noch das Personal

  • Ab Ende Dezember oder Anfang Januar soll im großen Maße mit Corona-Impfungen begonnen werden.
  • Bundesweit werden dafür Impfzentren aufgebaut.
  • Doch das Personal ist knapp. Die Hausärzte sichern Unterstützung zu, verlangen aber eine faire Bezahlung.
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Berlin. Die Bitte der Kassenärztlichen Vereinigung in Berlin ist kurz und eindeutig: „Zur Durchführung der Impfungen werden dringend Ärztinnen und Ärzte gesucht.“ Ähnliche Aktionen haben die Verbände der Kassenärzte auch in anderen Bundesländern gestartet. Wohlfahrtsorganisationen wie das Rote Kreuz (DRK) suchen ebenfalls händeringend medizinisches Personal für die Corona-Impfzentren und die geplanten mobilen Teams, die zum Beispiel in Altenheimen impfen sollen.

Noch im Dezember wird auch für Deutschland eine Zulassung des Impfstoffes des Mainzer Unternehmens Biontech erwartet. Biontech hat versichert, dann umgehend liefern zu können. Die ersten Impfungen könnte es daher noch vor dem Jahreswechsel geben. Nach den Plänen der Bundesregierung sollen zunächst das medizinische Personal und ausgewählte Risikogruppen in den Impfzentren immunisiert werden.

Öffentlicher Gesundheitsdienst überlastet

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Bundesweit sollen bis Mitte Dezember Hunderte dieser Zentren entstehen. Dafür werden Tausende Ärzte und medizinische Fachangestellte benötigt – insbesondere aus dem niedergelassenen Bereich, aber auch aus Kliniken. Gesucht werden zudem Mediziner, die im Ruhestand sind oder gerade in der Elternzeit. Denn der Öffentliche Gesundheitsdienst ist weitgehend mit der Kontaktnachverfolgung ausgelastet.

„Personalfrage ist entscheidend“

„Die Personalfrage ist für eine möglichst reibungslose Durchführung der Impfungen insbesondere in der ersten Impfphase natürlich entscheidend“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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Er betont zugleich die Bereitschaft der Mediziner, bei der Besetzung der Stellen zu helfen. „Viele Hausärztinnen und Hausärzte sowie ihre Medizinischen Fachangestellten (MFA) haben sich bereits sehr früh freiwillig dazu bereit erklärt, Impfungen in den Zentren oder den mobilen Teams durchzuführen – und das trotz der aktuell sehr hohen Arbeitsbelastung in vielen Hausarztpraxen“, betonte er. Dieses große Engagement aus eigenem Antrieb habe man bereits im Frühjahr in den Testzentren erleben können, so der Verbandschef.

Weigeldt stellte aber auch Bedingungen: „Wichtig dabei ist: Kein Hausarzt und auch keine MFA sollten zur Arbeit in den Impfzentren unfreiwillig verpflichtet werden.“ Auch die Bezahlung muss nach seiner Ansicht angemessen geregelt werden. „Zudem muss der hohe Aufwand, den die Massenimpfungen mit sich bringen werden, sowohl für die impfenden Ärztinnen und Ärzte als auch für ihre Mitarbeitenden fair vergütet werden“, forderte der Chef des Hausarztverbandes.

An Letzterem wollen es die Verantwortlichen offensichtlich nicht scheitern lassen. Die KV Berlin sagt Ärzten beispielsweise 120 Euro pro Stunde zu. Sofern Mediziner eine medizinische Fachangestellte zur eigenen Entlastung mitbringen, wird das mit zusätzlich 60 Euro pro Stunde vergütet. Ähnliche Größenordnungen sind auch in anderen Bundesländern geplant.

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