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Armut und schlechte Bildungschancen dürfen nicht vererbt werden

  • Die Corona-Krise hat Geringverdiener und ihre Familien hart getroffen.
  • Durch die Folgen des Lockdowns in den Schulen verschlechtern sich zusätzlich noch die Bildungschancen derer, die zu Hause nicht gut gefördert werden können.
  • Jetzt muss es entschlossene Förderprogramme für die Kinder und Jugendlichen geben, kommentiert Tobias Peter.
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Berlin. Es ist keine Überraschung, dass die Corona-Krise Geringverdiener besonders hart getroffen hat. Der Datenreport 2021 von Sozialforschern und Statistischem Bundesamt legt den Finger in eine bekannte Wunde.

Durch das vergleichsweise gut ausgestattete Kurzarbeitergeld sind viele in der Mitte der Gesellschaft gut abgesichert – und das ist richtig so. Doch Menschen mit sehr geringem Einkommen, Minijobber und insbesondere Alleinerziehende sind oft in existenzielle Schwierigkeiten geraten.

Der Staat hat viel Geld ausgegeben, um die Folgen der Corona-Krise abzufedern. Dennoch muss die Bundesregierung stetig prüfen, ob sie auch diejenigen erreicht, die am dringendsten Hilfe brauchen. Problematisch ist der Trend, dass Armutsrisiken sich verfestigen. Die Menschen schaffen es nicht aus der Armut heraus, sondern bleiben über viele Jahre darin oder rutschen immer wieder ab.

Der Sozialstaat, so ist es oft formuliert worden, müsse idealerweise ein Trampolin sein, mit dem Menschen in ein Leben finden, in dem sie für sich selbst sorgen können. Die Langzeitdaten aber legen nahe: Das Trampolin ermöglicht zu selten Sprünge, die in eine ausreichende Höhe führen. Eine Konsequenz daraus muss sein, dass die Chance auf lebenslanges Lernen noch stärker ins Zentrum rücken muss.

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Bedrückend ist, dass sich das Problem ohnehin ungleicher Bildungschancen in Deutschland durch die Krise noch einmal verschärft hat. Denn wer zu Hause nicht so gut gefördert werden kann und nicht mal einen ruhigen Platz zum Lernen hat, für den sind die Nachteile besonders groß. Armut und schlechtere Bildungschancen werden also nicht nur verstetigt, sondern auch vererbt.

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Das darf nicht sein. Bund und Länder sind gefordert, entschlossene Förderprogramme für die betroffenen Schülerinnen und Schüler aufzulegen.

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