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Laschet zum Jahrhundertunwetter: „Solche Extremereignisse werden unseren Alltag künftig stärker bestimmen“

  • Kurz nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen ist das Kabinett des Landes zu einer Sondersitzung zusammengetreten.
  • Im Anschluss äußerten sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Innenminister Herbert Reul in einer Pressekonferenz.
  • „Solche Extremereignisse werden unseren Alltag künftig stärker und öfter bestimmen“, sagte Laschet.

Kurz nach der Sondersitzung des nordrhein-westfälischen Kabinetts zu der Flutkatastrophe im Land sind NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Innenminister Herbert Reul vor die Presse getreten. „Solche Extremereignisse werden unseren Alltag künftig stärker und öfter bestimmen“, sagte Laschet.

„Ein Jahrhundertunwetter hat unser Land getroffen“ sagte Armin Laschet. Die Wassermassen hätten undenkbare Schäden verursacht. Der CDU-Politiker sprach von einer kritischen und weiterhin dramatischen Situation. Es sei eine „Jahrhundertflut unvergleichlichen Ausmaßes“. Mindesten 43 Menschen hätten in NRW ihr Leben verloren. Es stehe zu befürchten, dass die Opferzahlen weiter steigen werden. Besonders dramatisch sei die Situation in Erftstadt. „Die Fluten haben vielen Menschen buchstäblich den Boden unter den Füßen weggezogen.“

Dank an die Helfer

Sein Mitgefühl und seine Gedanken seien bei den Angehörigen der Opfer – dabei schloss er auch die Opfer in Rheinland-Pfalz und Belgien ein. Armin Laschet bedankte sich ausdrücklich bei den Helfern von Feuerwehr, Technischen Hilfswerk und Polizei sowie der Bundeswehr. „In dieser Krise steht NRW solidarisch zusammen“, betonte der Ministerpräsident.

Das Kabinett sei in seiner Sondersitzung damit beschäftigt gewesen, wie schnell geholfen werden könne. Es werde alles mögliche getan, um die Grundversorgung der Menschen zu gewährleisten. „Das Kabinett war sich darin einig, dass die für Katastrophenfälle verfügbaren Mittel nicht ausreichen werden“, sagte der Ministerpräsident.

Laschet kündigte daher eine Direkthilfe für die Menschen an, die alles verloren haben: „Wir brauchen Hilfe für Härtefälle, für Privatleute und Unternehmen. Und wir brauchen Strukturhilfe für die Kommunen.“

Noch schneller Richtung Klimaneutralität

Mit Blick auf den Klimawandel sagte der Ministerpräsident: „Solche Extremereignisse werden unseren Alltag künftig stärker und öfter bestimmen.“

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In diesem Zusammenhang betonte Laschet, dass der Weg Deutschlands in Richtung Klimaneutralität noch schneller gegangen werden müsse. Nordrhein-Westfalen sei hier bereits führend. Gleichzeitig betonte der CDU-Politiker, dass der Kampf gegen den Klimawandel vor allem international geführt werden müsse.

Der Klimawandel sei schon länger da, betonte Laschet. Ein einziges Ereignis sei kein Grund, die Klimapolitik zu verändern, sondern sie wie geplant beizubehalten.

Reul zeigte sich schockiert

NRW-Innenminister Herbert Reul zeigte sich angesichts der Flutkatastrophe schockiert. Die Lage sei noch sehr unübersichtlich und viele Menschen haben restlos alles verloren, was sie haben. „Wie groß der Schaden ist, sehen wir erst wenn das Wasser weg ist“, sagte Reul. Er forderte „kluge Lösungen“.

Reul appellierte zudem an die Menschen, keinen Hochwassertourismus zu betreiben. Die Rettungskräfte bräuchten Platz, um Arbeiten zu können.

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Laschet will schnelle Hilfe

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte bereits angekündigt, es müssten nach der Flutkatastrophe Wege gefunden werden, sehr schnell wieder Straßen, Brücken und andere Infrastruktur in Gang zu setzen. Das Land werde helfen, nötig sei aber auch „eine große nationale Kraftanstrengung, damit schnell die schlimmsten Dinge beseitigt werden“.

Unwetter mit Starkregen hatten in der Nacht zu Donnerstag Teile mehrerer Ortschaften in Nordrhein-Westfalen zerstört, derzeit werden mehr als 50 Tote gezählt.

Die Lage war nach dem Dauerregen vielerorts in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen unübersichtlich. Retter und Retterinnen brachten Menschen in überschwemmten Orten zum Teil mit Booten in Sicherheit.

RND/ag

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