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  • Armin Laschet: Neuer CDU-Chef kündigt „Modernisierungsjahrzehnt“ an

Armin Laschets gutes Gefühl der Kursbestimmung

  • Der neue CDU-Vorsitzende kündigt ein „Modernisierungsjahrzehnt“ nach der Ära Merkel an.
  • Für den Wahlverlierer Friedrich Merz will er „einen Platz“ finden.
  • Der unterlegene Norbert Röttgen erwidert Laschets Botschaft der guten Zusammenarbeit.
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Berlin. Es ist bald vier Jahre her, dass Armin Laschet das letzte Mal hier oben stand. Hier auf der Bühne im Foyer im Konrad-Adenauer-Haus. Das war am 15. Mai 2017, Kanzlerin Angela Merkel gratulierte ihm. Sie war die CDU-Vorsitzende und er der Wahlsieger in Nordrhein-Westfalen. Etwas Neues begann, der Christdemokrat löste die Sozialdemokratin Hannelore Kraft in der SPD-Hochburg NRW ab. Am Montag steht Armin Laschet wieder auf dieser Bühne in der CDU-Zentrale. Er hat wieder eine Wahl hinter sich. Und er hat wieder gewonnen.

Nun ist er als Parteichef gekommen. Das neue Präsidium und der neue Vorstand haben sich gerade digital konstituiert. Wie er sich fühle, fragt ein Journalist Laschet. „Gut“, sagt er und schmunzelt. Es fühle sich gut an, mitzubestimmen, wohin der Kurs der CDU jetzt gehe, bekennt der Ministerpräsident. Er weiß mehr als andere, aber sagt es noch nicht: Ob er nach der Kanzlerkandidatur greifen wird, um zu versuchen, auch die letzte Stufe der steilen Karriereleiter zu erklimmen.

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Laschet schätzt den Rat von Merz

In der Pressekonferenz spricht Laschet nicht nur die innenpolitischen Themen an, allen voran die Bekämpfung der Corona-Pandemie. Er streift auch die relevanten außenpolitischen Belange: Die neue US-Regierung, die Proteste in Russland wegen der Inhaftierung des Kremlkritikers Nawalny, die umstrittene Ostsee-Pipeline Nordstream 2.

Armin Laschet kommt zu der Pressekonferenz nach der ersten Präsidiums- und Vorstandssitzung in der Parteizentrale, dem Konrad-Adenauer-Haus. © Quelle: Michael Kappeler/dpa

Diese erste Sitzung von CDU-Präsidium und -Vorstand unter Laschet ist vor allem für jene besonders wichtig, die gehofft hatten, dass Friedrich Merz sie leiten würde. Der frühere Bundestagsfraktionschef hat weiter seine Fans, auch wenn er sich in der Niederlage erneut als schlechter Verlierer erwies und mal eben provokativ das Amt des Bundeswirtschaftsministers für sich einforderte. Laschets Angebot, ins Präsidium zu kommen, war ihm zu klein. Laschet betont: Er schätze Merz, er schätze seinen Rat. „Wir werden einen Platz für ihn finden.“

Das hört sich nicht schlecht an, jedoch setzt Laschet noch eine andere Botschaft: „Erst einmal“ gehe es um die Themen, die den Unterstützern von Merz wichtig seien: Bürokratieabbau, Wirtschaftskompetenz. Das seien im Übrigen Kernkompetenzen der Union. Die beherrsche er auch, macht Laschet klar.

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Armin Laschet: Merz ist wichtiger Teil der CDU
1:16 min
CDU-Chef Laschet will in nächster Zeit mit dem im Ringen um den Parteivorsitz unterlegenen Friedrich Merz über dessen künftige Aufgaben in der Partei sprechen.  © dpa

Merz-Lager nennt Laschet einen gewieften Politiker

Den Präsidiumsplatz hat dann jemand bekommen, dem Laschet im Gegensatz zu Merz kein Angebot gemacht hatte: Norbert Röttgen. Er war im ersten Wahlgang bei der Vorsitzendenwahl mit einem Achtungserfolg ausgeschieden. Dem Vernehmen nach wollte Laschet nicht, dass Röttgen ins Präsidium kommt. Die beiden Männer verbindet seit der NRW-Landtagswahl 2012, die Röttgen als damaliger Spitzenkandidat verlor, alles andere als eine vertrauensvolle Verbindung.

Nun sagt Laschet: „Ich sehe da einer guten Zusammenarbeit mit Norbert Röttgen entgegen.“ Gleich in der ersten Sitzung beschlossen sie einmütig ein Papier zu den transatlantischen Beziehungen unter der neuen US-Regierung. Und der Außenexperte Röttgen sagt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Die gute Zusammenarbeit zwischen Armin Laschet und mir hat schon begonnen.“

Der neue Vorsitzende habe in den beiden Gremiensitzungen gelöst und entspannt gewirkt, berichten Teilnehmer. Er habe nicht triumphiert und eher zurückhaltend moderiert. Aus dem Merz-Lager verlautet, Laschet mache das sehr geschickt, was nicht verwundere, weil er ein gewiefter Politiker sei.

Und wie wird die Zusammenarbeit zwischen dem neuen CDU-Chef und der Kanzlerin laufen? Unter anderem daran war ja Annegret Kramp-Karrenbauer als Vorsitzende gescheitert. Laschet weist den Blick in die Zukunft, auf ein „Modernisierungsjahrzehnt“, auf die Konzepte für die Zeit nach der Pandemie. Das sind auch die Konzepte für die Zeit nach Merkel.

RND

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