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„Einhellig“ und „klar positiv“: CDU-Präsidium unterstützt Laschets Kanzlerkandidatur

  • Die Union kreist weiter um die Frage, wen sie als Kanzlerkandidaten in den Bundestagswahlkampf schicken will.
  • Das CDU-Präsidium stellt sich laut Hessens Ministerpräsident Bouffier ohne Ausnahme hinter Parteichef Armin Laschet.
  • Eine formelle Abstimmung gab es allerdings noch nicht.
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Berlin. CDU-Chef Armin Laschet hat in der Präsidiumssitzung seiner Partei nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) große Unterstützung für die Kanzlerkandidatur bekommen. Aus der in Präsenz tagenden Runde verlautete am Montagvormittag, der nordrhein-westfälische Ministerpräsident habe viel Zuspruch bekommen, die Kanzlerkandidatur für sich zu reklamieren und nicht CSU-Chef Markus Söder zu überlassen.

Die Unterstützung sei „einhellig“ und „klar positiv“ gewesen, hieß es. Es hätten sich fast alle Präsidiumsmitglieder zu Wort gemeldet. Mehrere Teilnehmer hätten darauf gepocht, dass die aktuellen Umfragen – sie sind derzeit schlecht für Laschet und gut für Söder – nicht die Entscheidung über die Kandidatenfrage bestimmen sollten. Dem CDU-Vorsitzenden sei von den Präsidiumsmitgliedern attestiert worden, dass er „Meinungen zusammenführen“, „Haltung entwickeln“ und diese auch durchgehend vertreten könne. Außerdem könne Laschet die Union in der Auseinandersetzung mit den Grünen und den anderen Parteien erfolgreich positionieren.

Am Vorabend soll Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) im Kreis seiner CDU-Amtskollegen eindringlich für Laschet geworben haben.

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K-Frage: Söder hofft auf Entscheidung in dieser Woche
0:53 min
Die finale Entscheidung über den Kanzlerkandidaten der Union könnte nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder in den nächsten Tagen fallen.  © dpa

Bouffier: Unterstützung für Laschet - ohne Ausnahme

Inzwischen bestätigte Bouffier, dass das CDU-Präsidium Laschet ohne Ausnahme unterstützt habe. Man habe aber keinen Beschluss gefasst - dies war auch nicht geplant. Die Vorstellung der CDU-Spitze sei es, eine gemeinsame Lösung mit der CSU in Wochenfrist hinzubekommen.

Bouffier ergänzte mit Blick auf Laschet, das Präsidium habe deutlich gemacht, „dass wir ihn für außergewöhnlich geeignet halten und ihn gebeten, mit Markus Söder jetzt gemeinsam den weiteren Weg zu besprechen, wie wir das machen“.

Die Herausforderung sei so groß, „dass wir die nur gemeinsam stemmen können“, sagte er und nannte die Bewältigung der Pandemie und die Lage in Europa. „Wir glauben, dass die Union das am besten kann. Aber das kann sie nur dann, wenn CDU und CSU ganz eng beieinander sind und wir das in einem wirklich guten Prozess miteinander dann auch zu Ende bringen.“ Er sei zuversichtlich, dass dies gelinge.

Haseloff mahnt zügige Entscheidung an

Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, mahnte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in der Sitzung ein zügiges und dann einvernehmliches Ergebnis der Debatte an.

Auch im CDU-Vorstand breiter Rückhalt für Laschet

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Derzeit tagt der größere CDU-Vorstand. Dort hat sich Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble nach RND-Informationen für Laschet als Kanzlerkandidat ausgesprochen. Der 78-Jährige gilt in der Partei als Integrationsfigur für den konservativen Flügel. Auch im größeren Parteivorstand zeichnet sich ein breiter Rückhalt für Laschet ab. Dies gehe aus den Wortmeldungen in der Diskussion hervor, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Teilnehmerkreisen. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble habe Laschet attestiert, er bringe alles mit für die Herausforderungen einer Kanzlerkandidatur.

Der niedersächsische CDU-Chef Bernd Althusmann sprach sich nach diesen Informationen ebenfalls für Laschet aus. Laschet habe eine klare Haltung und ein festes Wertefundament - dies sei jetzt wichtig. Zugleich betonte Althusmann, die Bilanzen beider Kandidaten - Laschet und CSU-Chef Markus Söder - als Ministerpräsidenten in ihren Ländern seien gut. Der Chef der Senioren-Union, Otto Wulff, habe dem Bergmannssohn Laschet ein „Glück auf“ gewünscht.

Laschet und Söder hatten am Sonntag erstmals ihre Bereitschaft zur Kandidatur öffentlich erklärt. Laschet wollte die Öffentlichkeit am frühen Nachmittag über das Ergebnis der Beratungen der CDU-Spitze informieren. Ursprünglich war geplant, dass sich Generalsekretär Paul Ziemiak den Fragen stellt.

Am Nachmittag wollte auch das CSU-Präsidium über die Frage der Kanzlerkandidatur beraten. Söder hatte seine Kandidatur am Sonntag bei einem gemeinsamen Auftritt mit Laschet vor der Spitze der Unionsfraktion von einer breiten Unterstützung durch die CDU abhängig gemacht. Der bayerische Ministerpräsident sagte zu, anderenfalls sich einzuordnen und ohne Groll mit Laschet zusammenzuarbeiten.

mit dpa

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