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Armenien und Aserbaidschan werfen sich Beschuss in Grenzregion vor

  • Zwischen den Ländern Armenien und Aserbaidschan ist es erneut zu Zwischenfällen in der Grenzregion gekommen.
  • Laut aserbaidschanischem Verteidigungsministerium habe man Feuer erwidert, das von armenischen Streitkräften aus ging.
  • Bereits am Freitag hatte Armenien seinerseits das Nachbarland für Schüsse auf die eigene Armee verantwortlich gemacht.
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Baku/Eriwan. An der Grenze zwischen Armenien und Aserbaidschan im Südkaukasus ist es zu neuen Zwischenfällen gekommen. Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium teilte am Samstag in der Hauptstadt Baku mit, eigene Stellungen seien von armenischen Streitkräften mehrfach beschossen worden. Daraufhin habe man das Feuer erwidert. Es sei niemand verletzt worden. Bereits am Freitag hatte Armenien das Nachbarland für Schüsse auf seine Armee verantwortlich gemacht. Das lässt sich nicht unabhängig überprüfen.

EU-Ratspräsident Michel fordert Truppenabzug von beiden Seiten

EU-Ratspräsident Charles Michel forderte bei einem Besuch in Armenien beide Seiten auf, sich aus der Grenzregion zurückzuziehen. „Sobald es einen Dialog, eine Verhandlung gibt, erscheint es uns sinnvoll, dass sich die Truppen aus den umstrittenen Gebieten zurückziehen.“

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Armeniens Regierungschef Nikol Paschinjan warf bei der Pressekonferenz am Samstag Aserbaidschan vor, neue Auseinandersetzungen an der Grenze zu provozieren. „Der Einsatz von Gewalt kann den Konflikt um Berg-Karabach nicht lösen.“ Paschinjan sprach sich für Verhandlungen im Rahmen der Minsker Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) aus.

Die beiden Ex-Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan hatten im vergangenen Jahr vom 27. September bis 9. November um die Konfliktregion Berg-Karabach gekämpft. Aserbaidschan holte sich dabei weite Teile des Anfang der 1990er Jahre verlorenen Gebiets zurück. Mehr als 6500 Menschen starben. Trotz eines Waffenstillstands kommt es immer wieder zu Spannungen in Grenzregionen, für die beide Länder sich gegenseitig verantwortlich machen.

RND/dpa

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