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Armenien: Regierungschef will Sohn gegen Kriegsgefangene eintauschen

  • Der Krieg um Berg-Karabach im vergangenen Herbst beschäftigt Armenien und Aserbaidschan noch immer.
  • Nun machte der amtierende Regierungschef Armeniens, Nikol Paschinjan, Armenien ein ungewöhnliches Angebot.
  • Er möchte seinen Sohn gegen alle armenischen Kriegsgefangenen eintauschen - der erklärte seine Bereitschaft dazu.
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Eriwan. Wenige Tage vor der Parlamentswahl in der Südkaukasus-Republik Armenien hat der amtierende Regierungschef Nikol Paschinjan Aserbaidschan seinen Sohn für einen Austausch gegen alle armenischen Kriegsgefangenen angeboten.

Er habe die entsprechenden Gremien beauftragt, seinen Vorschlag offiziell zu übermitteln, sagte der 46-Jährige am Mittwoch bei einem Wahlkampfauftritt der Agentur Armenpress zufolge. „Verstehen Sie mich nicht falsch: Das ist nicht das einzige Werkzeug, um das Problem zu lösen.“ Paschinjans Sohn schrieb bei Facebook, er sei bereit dazu.

Hat Aserbaidschan alle Kriegsgefangenen freigelassen?

Armenien hat mehr als ein halbes Jahr nach dem Ende der Kämpfe um die Konfliktregion Berg-Karabach dem Nachbarland Aserbaidschan mehrfach vorgeworfen, trotz mehrerer Austausche nicht alle Kriegsgefangenen freigelassen zu haben.

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Aserbaidschan erklärt, seine Verpflichtungen entsprechend einem Abkommen erfüllt zu haben. Allerdings fielen diejenigen nicht unter diese Vereinbarung, die Armenien nach dem Ende der Kämpfe in „Gebiete von Aserbaidschan geschickt“ habe, hieß es.

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Über 6000 Menschen starben im Krieg um Berg-Karabach

In dem Krieg vom 27. September bis 9. November um Berg-Karabach hatte sich Aserbaidschan weite Teile des Anfang der 1990er Jahre verlorenen Gebiets zurückgeholt. Mehr als 6000 Menschen starben bei den Kämpfen.

Der Krieg hatte in Armenien eine politische Krise ausgelöst. Die Opposition hatte bei Massenprotesten Paschinjans Rücktritt und Neuwahlen gefordert. In anderthalb Wochen will sich der 46-Jährige bei einer vorgezogenen Parlamentswahl im Amt bestätigen lassen. Zuletzt gab es an der Grenze zwischen beiden Ländern neue Spannungen.

RND/dpa

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