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Arbeitslosenzahlen: Es hätte noch viel schlimmer kommen können

Blick auf die Bundesagentur für Arbeit.

Blick auf die Bundesagentur für Arbeit.

Berlin. Es ist nicht lang her, da interessierte sich kaum noch jemand für die Arbeitslosenzahlen – einfach, weil sie unspektakulär niedrig waren. Seit die Corona-Pandemie die deutsche Wirtschaft in eine schwere Krise gestürzt hat, blickt das Land jeden Monat wie gebannt auf die neue Statistik. An ihr lässt sich ablesen, wie stark große Teile der Mittelschicht von der Krise getroffen sind – mit allen persönlichen, aber auch gesellschaftlichen Folgen.

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Im Juni sind 40.000 Menschen mehr arbeitslos gewesen als im Vormonat. Es gibt fast 640.000 Arbeitslose mehr als im Vorjahr. Hinter diesen Zahlen stehen Arbeitnehmer und oft ganze Familien, deren Leben ohne eigene Schuld sehr viel schwieriger geworden ist. Gleichzeitig stimmt eines ohne jeden Zweifel: Die Zahlen wären sehr viel schlimmer ausgefallen, wenn die Politik nicht umsichtig agiert hätte.

Jeder fünfte Arbeitslose ist Corona geschuldet

Die Bundesagentur für Arbeit verzeichnet weiterhin einen Anstieg von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung, aber nicht mehr so stark wie im April.

Mit dem Mittel der Kurzarbeit ist es Deutschland im internationalen Vergleich gut gelungen, den Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Corona bedeutet für sehr viel mehr Menschen den Weg in die Kurzarbeit, als dies in der Finanzkrise in den Jahren 2008/2009 der Fall war.

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Das ist teuer, doch das Geld ist gut angelegt. Erstens hilft das Kurzarbeitergeld vielen Menschen, wodurch ein wichtiges Signal der Sicherheit in die Gesellschaft gesendet wird. Zweitens können Unternehmen Arbeitnehmer im Betrieb halten und so schneller aus der Krise kommen, wenn die Wirtschaft wieder anläuft.

Darauf müssen sich die Anstrengungen jetzt konzentrieren. Der Staat hat ein gigantisches Konjunkturpaket aufgelegt, um der Wirtschaft Impulse zu geben. Die Bundesregierung muss in den kommenden Monaten kritisch prüfen, wie die einzelnen Maßnahmen wirken. Was hilft wirklich, wo verpuffen Milliardensummen sinnlos? Die Politik muss genau hinschauen und daraus Konsequenzen für das weitere Krisenmanagement ziehen.

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