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AOK-Report: Jedem und jeder Vierten ab 65 Jahren drohen an heißen Tagen gesundheitliche Probleme

  • Das Klima ist mit der Gesundheit der Menschen verbunden, heißt es vonseiten des AOK-Bundesverbands.
  • Für den neuen Forschungsreport „Klima und Gesundheit“ untersuchten Wissenschaftler daher: Bei welchen Menschen, in welchen Gebieten Deutschlands besteht ein höheres Risiko, wegen steigender Hitzebelastung ins Krankenhaus zu müssen?
  • Und wie gut ist die Bevölkerung über die Auswirkungen des Klimawandels auf ihre Gesundheit informiert?
Anja Semonjek
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Berlin. Jede vierte Person ab 65 Jahren ist überdurchschnittlich gefährdet, an heißen Tagen gesundheitliche Probleme zu bekommen. Das zeigt der neue Versorgungsreport der AOK „Klima und Gesundheit“ auf. Für diesen untersuchten Forschende unterschiedlicher Institute, wie stark der Klimawandel die Gesundheit der Menschen beeinträchtigt.

„Die globale Mitteltemperatur ist seit dem Ende des 19. Jahrhunderts um etwa 1,2 Grad angestiegen“, erklärt die Metereologin und Mitherausgeberin des Reports, Alexandra Schneider. Auf die Gesundheit wirkten sich zudem vor allem Temperaturschwankungen aus. Dabei sei in Zukunft häufiger mit extremen Wetterereignissen in Zentraleuropa zu rechnen.

Wegen Hitze ins Krankenhaus

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Für den Report erforschte das Klimaforschungsinstitut MMC (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change), wie viele Menschen aufgrund von Hitze ins Krankenhaus eingewiesen werden. Dafür analysierte es Daten der AOK-Versicherten aus den Jahren 2008 bis 2018. Die Forschenden erkannten, dass ein Viertel der Menschen im Alter 65 plus überdurchschnittlich „hitzevulnerabel“ sind.

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Wenn die Erderwärmung ungebremst voranschreitet, könnte sich bis zum Jahr 2100 die Zahl der hitzebedingten Klinikeinweisungen versechsfachen. Wie oft das jeweils vor Ort passiert, hänge laut Mercator-Institut von gewissen Faktoren ab: unter anderem der Anzahl von Menschen an einem Ort, die in Altersarmut leben, oder wie die Infrastruktur vor Ort aussieht.

Auch Menschen, die in weniger heißen Regionen leben – wie etwa im Norden Deutschlands – könnten daher zukünftig Veränderungen erleben.

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Informationen zu gesundheitlichen Risiken des Klimawandels

Darüber hinaus befragten Forschende des Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) rund 3000 Menschen, welche Rolle der Klimawandel in ihrem Gesundheitsbewusstsein spielt. „Die Ergebnisse zeigen, dass ein deutlicher Informationsbedarf zu den gesundheitlichen Risiken des Klimawandels besteht“, so Christian Günster vom WIdO.

Über gut sichtbare Auswirkungen des Klimawandels – wie Hitze oder Unwetter – fühlten sich zwar 70 Prozent der Befragten gut informiert. Wie ihre Gesundheit durch Luftverschmutzung oder Pollenallergene gefährdet ist, wüssten allerdings 40 bis 50 Prozent der Befragten nicht.

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Etwa die Hälfte der Befragten bekundete zudem, dass sie sich „ziemlich“ oder „sehr“ Sorgen wegen der Zunahme an Hitzeperioden machten. Rund 40 Prozent von ihnen bekümmerte auch krankheitsübertragende Insekten sowie Unwetter und Überschwemmungen.

„Eine zentrale Frage unserer Studie war, in welchem Maße sich Menschen vor klimaassoziierten Umweltrisiken schützen“, sagt Günster ferner. Dabei zeigte sich: Wie sich die Menschen vor Hitze schützen können, war weitgehend bekannt, weniger bekannt war, wie sie sich vor UV-Strahlen, Luftschadstoffen und Pollen schützen können.

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AOK will CO₂-Fußabdruck verbessern

Die Ergebnisse der Studien verdeutlichten dem AOK-Vorstand Martin Litsch: „Es gibt ein Defizit in der Wahrnehmung von Risiken durch schädliche Umwelteinflüsse. Hier sind wir als Gesundheitskasse gefordert.“ Außerdem kündigte er an, dass innerhalb der AOK-Gemeinschaft in den kommenden drei Jahren ein Maßnahmenpaket umgesetzt wird. Dieses soll dazu beitragen, den CO₂-Fußabdruck zu verbessern. Das betreffe das eigene Verhalten sowie die Geschäftspolitik der Krankenkasse. „Ein Weitermachen wie bisher gibt es nicht. Das sind wir auch nachfolgenden Generationen schuldig“, so Litsch.

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