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Senat stoppt Auftritt von antisemitischen Rappern am Brandenburger Tor

  • Weil ihnen israelfeindliche Texte vorgeworfen werden, sollen zwei Rapper nicht am Brandenburger Tor auftreten dürfen.
  • Der Auftritt sollte am heutigen Mittwochabend stattfinden.Die Berliner Senatsverwaltung sieht Ansätze zur Volksverhetzung und das Existenzrecht Israels in Frage gestellt.
  • Der Auftritt sollte am heutigen Mittwochabend stattfinden.
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Berlin. Die Berliner Senatsverwaltung will den umstrittenen Auftritt zweier Rapper vor dem Brandenburger Tor am Mittwochabend verhindern. Den beiden werden Terrorverherrlichung, Israel-Hass und Antisemitismus in ihren Texten vorgeworfen. „Ein Bescheid mit einem politischen Betätigungsverbot ist fertig und wird den Musikern zugestellt“, sagte Innensenatssprecher Martin Pallgen am Nachmittag.

Die Songs der Rapper Shadi Al-Bourini und Shadi Al-Najjar enthielten sowohl israelfeindliche als auch antisemitische Aussagen, begründete er die Entscheidung. Das habe eine Auswertung der öffentlich verfügbaren Texte ergeben. „Wir sehen auch Ansätze zur Volksverhetzung. Das Existenzrecht Israels wird darin infrage gestellt.“

„Vor Brandenburger Tor keine Terrorverherrlicher“

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Die Pro-Palästina-Kundgebung, auf denen die Rapper auftreten wollten, sei aber angemeldet und finde auch statt. „Allerdings unter strengen Auflagen wie beim Al-Quds-Marsch“, ergänzte Pallgen. Das heißt, es darf zum Beispiel keine Aufrufe zu Gewalt geben. Auch Fahnen oder Puppen dürfen nicht verbrannt werden. „Arabischsprachige Dolmetscher der Polizei werden vor Ort sein“, ergänzte Pallgen.

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An dem geplanten Auftritt der Rapper hatte es heftige Kritik gegeben. Das American Jewish Committee (AJC) Berlin kritisierte bereits am Dienstag: „Es ist nicht hinnehmbar, dass von diesem historischen Ort zum Mord an Juden aufgerufen wird und schlimmste antisemitische Stereotype verbreitet werden.“ Der frühere Grünen-Abgeordnete Volker Beck betonte: „Vor dem Brandenburger Tor dürfen keine Terrorverherrlicher auftreten.“ Auch CDU-Bundestagsmitglied Martin Patzelt protestierte gegen das Konzert: „Keine Hassrapper am Brandenburger Tor!“

RND/dpa

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