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  • Corona: Weniger Antibiotika-Verschreibungen während der Pandemie

Antibiotikaverschreibungen gehen in Pandemie stark zurück

  • Während der Pandemie ist im vergangenen Jahr die Zahl der Arztbesuche deutlich gesunken.
  • In dieser Zeit wurden auch weniger Medikamente verschrieben.
  • Die Techniker Krankenkasse hat nun konkrete Zahlen vorgelegt.
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Berlin. Während der Corona-Pandemie sind im vergangenen Jahr wesentlich weniger Antibiotika verschrieben worden als in den Jahren zuvor. Das zeigt eine Auswertung der Arzneimittelverordnungen der Techniker Krankenkasse (TK), die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Danach gingen die Antibiotikaverordnungen im Vergleich zu 2019 um fast 24 Prozent zurück, auf 2,85 Tagesdosen pro versicherter Erwerbsperson. Besonders stark waren die Rückgänge zu Beginn der Corona-Pandemie im April mit einem Minus von knapp 44 Prozent und im Mai mit einem Rückgang um rund 42 Prozent.

Langfristiger Trend fortgesetzt

„Hier spielt neben der Einhaltung der Hygieneregeln, die für deutlich weniger Infektionen insgesamt gesorgt haben, sicher auch eine Rolle, dass weniger Versicherte überhaupt zur Ärztin oder zum Arzt gegangen sind und zum Beispiel die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung genutzt haben“, sagte TK-Arzneimittelexperte Tim Steimle. Dadurch seien auch weniger Arzneimittel verordnet worden, fügte er hinzu.

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Den Daten zufolge setze sich auch im Corona-Jahr ein längerfristiger Trend fort: Immer weniger Patientinnen und Patienten bekommen bei einer Erkältung ein Antibiotikum verschrieben.

Wurde 2010 noch etwa jedem dritten Versicherten (38 Prozent), der wegen einer Erkältung krankgeschrieben war, ein Antibiotikum verschrieben, bekam im Jahr 2020 nur noch rund jeder siebte Versicherte ein entsprechendes Rezept (14 Prozent) – ein Rückgang von mehr als 60 Prozent in zehn Jahren. Im vergangenen Jahr war der Rückgang im Vergleich zu 2019 noch mal besonders deutlich, von 21 auf 14 Prozent.

Die große Mehrheit der Erkältungsinfekte mit Symptomen wie Schnupfen oder Husten werden durch Viren hervorgerufen. Antibiotika helfen aber nur gegen Bakterien. Die Wissenschaft empfiehlt, den Gebrauch von Antibiotika zu reduzieren, um die Bildung von Resistenzen zu verhindern.

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