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  • Anschlag in Wien: Täter, Opfer, Ablauf, Motiv - was wir über die Terrortat wissen und was nicht

Täter, Ablauf, Motiv: die Fakten und offenen Fragen zum Anschlag in Wien

  • Der Terroranschlag in Wien mit vier Toten und vielen Verletzten erschüttert Österreich.
  • Bei dem Attentäter handelt es sich nach Aussage der Behörden um einen 20-jährigen Anhänger der Terrormiliz IS.
  • Was wir über die Tat wissen – und was nicht.
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Was wir wissen:

  • Die Tatorte: Die Polizei benannte sechs Orte, darunter die Seitenstettengasse, den Morzinplatz, den Fleischmarkt und den Bauernmarkt. Einer der Orte liegt nahe der Wiener Hauptsynagoge. dpa konnte nach Sichtung der Bildmaterialien zwei weitere Orte identifizieren.
  • Der Tatablauf: Der Terrorangriff ereignete sich wenige Stunden vor Beginn des teilweisen Corona-Lockdowns in Österreich. Die ersten Schüsse fielen nach Angaben von Innenminister Karl Nehammer am Montagabend um 20 Uhr. Bewaffnet mit einem Sturmgewehr, einer Pistole und einer Machete sowie einer Sprengstoffgürtel-Attrappe feuerte ein Mann in die Menge und wahllos in Lokale. Ein Mann brach tödlich getroffen auf einem Bürgersteig zusammen
  • Der Attentäter: Es handelt sich nach Angaben der Behörden um den 20-jährigen Kujtim Fejzulai. Er wurde in der Terrornacht von der Polizei erschossen. Der Attentäter wollte in der Vergangenheit nach Syrien ausreisen, um sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen. Er wurde daran gehindert und am 25. April 2019 wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu 22 Monaten Haft verurteilt. Der Mann sei jedoch am 5. Dezember „vorzeitig bedingt entlassen“ worden. Demnach galt er als junger Erwachsener und fiel damit unter die Privilegien des Jugendgerichtsgesetzes. Auch sei es ihm gelungen, die Behörden vor seiner vorzeitigen Haftentlassung über den Misserfolg seiner Deradikalisierung zu täuschen, so Nehammer. Es habe keine Warnhinweise über die Gefahr durch den 20-Jährigen gegeben. Er hatte einen österreichischen und nordmazedonischen Pass. Namen und Herkunft nach gehörte er der albanischen Minderheit in Nordmazedonien an. Es habe keine Warnhinweise über die Gefahr durch den 20-Jährigen gegeben, sagte Nehammer.
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Terror in Wien: Vier Passanten tot – viele in Lebensgefahr
1:07 min
Die Zahl der Opfer des Terroranschlags in Wien steigt. Die Polizei ist weiter mit einem Großaufgebot unterwegs. Es gab auch erste Festnahmen.  © dpa
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Was wir nicht wissen:

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  • Die Frage nach weiteren Tätern: Derzeit ist unklar, ob der Täter allein handelte oder es Mittäter gibt. Die Polizei versucht zu rekonstruieren, ob ein Täter zugleich an allen Tatorten sein konnte. Zugleich gab es mehrere Razzien und Festnahmen im Umfeld des Täters. 14 Verdächtige seien vorläufig festgenommen worden, so Innenminister Nehammer. Er sagte auch, es gebe noch keinen Hinweis auf einen zweiten Täter. Das gehe aus den bisherigen Ermittlungen und den Auswertungen von vielen der rund 20.000 Videos hervor, die die Bürger der Polizei zur Verfügung gestellt hätten. Auch in der Schweiz gab es zwei Festnahmen.
  • Die Verbindung zur Terrormiliz IS: Die Terrormiliz IS reklamierte am Dienstagabend die Tat für sich. Ein “Soldat des Kalifats” habe die Attacke mit Schusswaffen und einem Messer verübt und in der österreichischen Hauptstadt rund 30 Menschen getötet oder verletzt, darunter auch Polizisten, teilte der IS auf seiner Plattform Naschir News mit. Allerdings hat der IS zuletzt auch vermehrt Taten für sich reklamiert, ohne dass dies erwiesen tatsächlich war.
  • Das Motiv des Attentäters: Bundeskanzler kurz nannte die Tat eindeutig islamistisch motiviert. Laut Innenminister Nehammer habe er offenbar Panik verbreiten wollen. Trotz der Verbindung zur Terrormiliz IS ist das konkrete Motiv für die Tat ebenso wenig bekannt wie ein Bekennerschreiben oder -video. Wollte der Schütze Panik im gut besuchten Ausgehviertel verbreiten oder hatte er sich die Synagoge als Ziel ausgesucht? Nach Angaben des Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, waren sowohl die Synagoge als auch das Bürogebäude an derselben Adresse zum Zeitpunkt der ersten Schüsse nicht mehr in Betrieb und geschlossen.
  • RND/das/dpa
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