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Polizeichefin: Trump-Anhänger planen Anschlag auf Joe Biden

  • Planen Milizen aus Anhängern von Ex-Präsident Trump Anschläge in der US-Hauptstadt?
  • Die Chefin der Kapitolpolizei informierte über entsprechende Gedankenspiele.
  • Es werde darüber fantasiert, das Parlament und möglichst viele Abgeordnete in die Luft zu jagen.
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Washington. In den kommenden Wochen will US-Präsident Joe Biden vor beiden US-Kongresskammern sprechen. In der traditionellen, jährlich einmaligen Rede geht es um die Lage der Nation. Ein Termin steht noch nicht fest.

Die Sicherheitskriterien sind dabei enorm hoch - und womöglich müssen sie noch erhöht werden. Denn Anhänger von Ex-US-Präsident Donald Trump reden offen darüber, einen schweren Anschlag auf das Kapitol in Washington mit zahlreichen Toten zu verüben.

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USA: Militante Trump-Anhänger wollen Kapitol bei Biden-Rede „in die Luft jagen"
1:34 min
Die amtierende Chefin der Kapitol-Polizei Yogananda Pittman berichtete von weiteren Plänen der Trump-Anhänger.  © dpa/TNN
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Das berichtete Yogananda Pittman, die kommissarische Chefin der für das Parlament zuständigen Polizei, am Donnerstag. Milizangehörige hätten „ihren Wunsch geäußert, dass sie das Kapitol in die Luft jagen und so viele (Kongress-)Mitglieder wie möglich umbringen wollen“.

Möglicher Zeitpunkt: Bidens Rede im Kapitol.

„Symbolische Botschaft an die Nation“

Pittman sagte, bei den Personen, die entsprechende Pläne geäußert hätten, handle es sich um Milizenmitglieder, die bereits beim Sturm auf das Kapitol am 6. Januar dabei waren. „Die Aufständischen, die das Kapitol angegriffen haben, waren nicht nur an Kongressmitgliedern und Polizisten interessiert. Sie wollten eine symbolische Botschaft an die Nation senden, wer in Kontrolle über die gesetzgebenden Prozesse ist.“

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Bei dem gewaltsamen Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar sind annähernd 800 Anhängerinnen und Anhänger des damaligen Präsidenten Donald Trump in das Gebäude gelangt. Bei dem Angriff auf das Kapitol waren fünf Menschen gestorben. Er hat die Demokratie im Land erschüttert.

Der Angriff sei viel größer gewesen als erwartet, sagte Pittman. Zwar sei bekannt gewesen, dass Gewalt durch Extremisten wahrscheinlich sei. Aber es habe keine Hinweise darauf gegeben, dass Zehntausende das Kapitol attackieren würden; auch Informationen von FBI und Co. hätten nicht darauf hingedeutet.

Am 6. Januar hatten sich nach Behördenangaben etwa 15.000 Menschen zu einer Kundgebung von Trump versammelt, der seine Wahlniederlage gegen den jetzigen Präsidenten Joe Biden nicht akzeptieren wollte. Weitere 10.000 Personen versammelten sich abseits der Kundgebung.

Einsatzkräfte waren beim Kapitol-Sturm unterlegen

Die Zahl der Einsatzkräfte am Kapitol war den Tausenden Aufständischen weit unterlegen. Manche benutzten Holzbretter, Metallrohre und sogenanntes Bärenspray, also eigentlich für die Abschreckung der großen Tiere gedacht, um das Gebäude zu stürmen. Polizisten wurden geschlagen, zu Boden geschubst und eingesperrt, während die Kongressmitglieder in Sicherheit gebracht wurden und ihre Mitarbeiter sich in Büros verschanzten.

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Pittman sagte, am 3. Januar habe die Kapitolpolizei eine interne Warnung verteilt, dass Extremisten, Rassisten und Angehörige von Milizen wahrscheinlich an der Kundgebung teilnehmen würden - und dass Demonstranten wahrscheinlich bewaffnet seien.

Doch zugleich habe es nicht genug Hinweise auf das Ausmaß des Aufstands gegeben: Man habe sich auf Ärger vorbereitet, nicht auf eine Invasion.

Mit Material von AP

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