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Anschlag auf Atomphysiker: Ruhani beschuldigt USA und Israel und will Vergeltung

  • Am Freitag ist der iranische Atomphysiker Mohsen Fachrisadeh erschossen worden.
  • Der Iran hatte mit Anschuldigungen gegen seinen Erzfeind Israel reagiert.
  • Präsident Hassan Ruhani hat nun auch die USA für das Attentat verantwortlich gemacht - der Oberste Führer des Landes, Ali Chamenei, fordert Bestrafung.
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Teheran. Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat den USA und Israel vorgeworfen, hinter dem Mordanschlag auf den Kernphysiker Mohsen Fachrisadeh zu stehen. „Erneut sorgten der Imperialismus und sein zionistischer Söldner für ein Blutvergießen und den Tod eines iranischen Wissenschaftlers“, sagte Ruhani am Samstag im Staatsfernsehen.

Der Iran werde auf den Tod des Wissenschaftlers zur gegebenen Zeit reagieren, sagte Ruhani am Samstag bei einem Treffen seiner Coronavirus-Taskforce. “Die iranische Nation ist zu klug, um in die Falle der Zionisten zu tappen. Sie versuchen Chaos zu stiften.”

Dieser „Terroranschlag“ beweise lediglich die Angst der Feinde Teherans vor dem technologischen Fortschritt der Islamischen Republik. Der Mord werde das Land jedoch nicht davon abhalten, den Weg Fachrisadehs noch konsequenter fortzusetzen, sagte der Präsident.

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Auch der Oberste Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, forderte eine “entschlossene Bestrafung” der Verantwortlichen. In einer Stellungnahme auf seiner offiziellen Webseite nannte er Mohsen Fachrisadeh einen “ausgezeichneten Atom- und Verteidigungswissenschaftler”.

Fachrisadeh war am Freitag in Ab-Sard, einem östlichen Vorort der Hauptstadt Teheran, erschossen worden. Das Verteidigungsministerium in Teheran sprach von einem „Märtyrertod“. Der Kernphysiker war Mitglied der Revolutionsgarden und ein Experte für die Herstellung von Raketen gewesen. Zuletzt leitete Fachrisadeh die Abteilung für Forschung und technologische Erneuerung im Verteidigungsministerium. Anfang der 2000er Jahre soll er das militärische Atomprogramm Amad (Hoffnung) im Iran geleitet haben.

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Irans Präsident Ruhani wirft Israel Mord an Atomwissenschaftler vor
1:11 min
Fachrisadeh stand bei westlichen Staaten und in Israel im Verdacht, der Architekt eines verdeckten Atomwaffenprogramms gewesen zu sein.  © Reuters

Iranisches Atomprogramm fortgesetzt

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Der iranische Atomchef Ali-Akbar Salehi versicherte am Samstag, Fachrisadehs Ermordung werde den Fortschritt des iranischen zivilen Atomprogramms weder aufhalten noch beeinträchtigen. „Der Weg Fachrisadehs wird jetzt erst recht noch intensiver fortgesetzt“, sagte er.

Viele Teheraner Beobachter sahen in dem Anschlag auch einen Versuch Israels und der Regierung von US-Präsident Donald Trump, einen Neuanfang der Beziehungen zwischen Teheran und Washington zu torpedieren.

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„Das war nicht nur ein Anschlag auf den Professor, sondern auf die bevorstehenden diplomatischen Bemühungen beider Länder nach der Amtsübernahme von Joe Biden“, twitterte der Politologe Mohsen Milani. Ähnlich sieht es die prominente iranische Journalistin Sahra Asghari. „Der Anschlag war der Preis, den der Iran für Trumps Wahlniederlage bezahlen musste.“

RND/dpa

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