Anreise zum UN-Klimagipfel: Danke für dein Vorbild, Greta!

  • Die Umweltaktivistin Greta Thunberg muss unplanmäßig nach Europa zurückkehren.
  • Von ihrem Pfad lässt sie sich deshalb aber nicht abbringen.
  • Damit setzt sie auf symbolischer Ebene ein wichtiges Zeichen, kommentiert Christian Burmeister.
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Madrid. Zu internationalen Konferenzen, auch zu Klimakonferenzen, reisen viele Teilnehmer mit dem Flugzeug an. Das ist zwar eher klimaschädlich, dafür aber praktisch und schnell. Für die Fridays-for-Future-Gründerin Greta Thunberg kommt so etwas bekanntlich nicht infrage. Sie überquerte für die UN-Vollversammlung im September in New York den Atlantik per Schiff.

Nun steht die 16-Jährige aber vor einem Problem, das ihre Glaubwürdigkeit auf die Probe stellt: Denn eigentlich befand sie sich von den USA aus bereits auf dem Weg in Richtung Chile, wo der nächste UN-Klimagipfel stattfinden sollte. Wegen sozialer Unruhen ist dieser aber nach Madrid verlegt worden. Greta muss also außerplanmäßig zurück über den Atlantik. Im November.

Greta setzt auf symbolischer Ebene wichtiges Zeichen

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Sie sucht eine Schiffspassage, und es ist keineswegs sicher, dass sie rechtzeitig in Madrid ankommen wird. Der Gipfel startet am 2. Dezember. In ein Flugzeug wird Greta wohl trotzdem nicht steigen. Es wäre vermutlich ihr „politischer Tod“.

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Für Schadenfreude besteht aber kein Anlass. Greta beweist mit ihrem Vorhaben, dass sie sich auch durch widrige Umstände nicht von ihrem Pfad abbringen lässt. Sie setzt damit auf symbolischer Ebene ein wichtiges Zeichen.

Ohne Vorbilder wird sich nichts ändern

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Denn die Menschheit wird im Kampf gegen die Erderwärmung auch Verzicht üben und Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen müssen, will sie mittelfristig nicht die Selbstauslöschung riskieren. Dabei geht es gar nicht in erster Linie um Flugreisen, sehr wohl aber um eine eingeübte Erwartungs- und Konsumhaltung, die die Erde bei sieben oder zehn Milliarden Menschen auf Dauer nicht verträgt.

Zugegeben: Natürlich hat Greta mehr Zeit, Nerven und in diesem Fall auch Mittel, ökologisch nachhaltig zu reisen, als es beispielsweise viele Erwachsene mit Familie und Beruf haben. Es wäre auch nicht realistisch zu erwarten, dass alle Menschen in ihrem Verhalten sofort zu Greta-Kopien mutieren. Aber ohne Vorbilder, die zeigen, dass ein nachhaltiges Verhalten auch in schwierigen Situationen zumutbar ist, wird sich sicher nichts ändern. Die 16-Jährige ist ohne Zweifel ein solches Vorbild. Dafür vielen Dank und eine sichere Reise, Greta!

RND