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Annalena Baerbock stellt ihr Buch vor – im Schatten des Kanzleramts

  • Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock präsentiert ihr neues Buch an einem besonderen Ort – direkt neben dem Kanzleramt.
  • Sie wolle zeigen, was sie anpacken wolle und woher sie komme, sagt sie.
  • Den Umgang mit Tiefschlägen habe sie im Sport gelernt: „Wenn man hadert, wird man das Turnier nicht gewinnen.“
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Berlin. Von hier aus trennt Annalena Baerbock nicht mehr viel vom Kanzleramt – ein Ahornbaum nur und dann rund 200 Meter bis zu dem Büro, in dem derzeit noch Angela Merkel sitzt. „Jetzt“, steht auf einem großen Plakat hinter der Grünen-Kanzlerkandidatin, darauf noch einmal ihr Konterfei.

Es ist der Titel ihres Buches, das sie an diesem heißen Sommertag auf einer schattigen Terrasse des Berliner Hauses der Kulturen der Welt vorstellt, einem Ausstellungsort, der schon vor dem Kanzleramt seinen Platz an der Spree gefunden hat.

Zeit für Veränderungen

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Baerbock sagt, jetzt sei der Zeitpunkt für viele Veränderungen, in der Klimapolitik etwa oder bei der Abrüstung. „Das Fenster kann sich wieder schließen.“

Und warum hat sie dazu noch extra ein Buch geschrieben? Sie wolle zeigen, „was wir anpacken wollen“ und woher sie selber komme, sagt Baerbock. Eine Kombination aus Wahlprogramm und persönlichen Einsprengseln ist es also geworden.

Eine Autobiografie habe sie ja schlecht schreiben können mit gerade mal 40 Jahren, sagt Baerbock und spricht darüber, wie wichtig es sei, die EU als Friedensprojekt wertzuschätzen, wie fehlendes Geld für kommunale Schwimmbäder zum Problem für eine Gesellschaft wird und dass sich Familie und Homeoffice nicht mal eben ganz locker vereinbaren ließen.

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Umgang mit Tiefschlägen

Munter und selbstbewusst zeigt sie sich, Umfrageeinbrüche und Debatte über Fehler im Lebenslauf zum Trotz.

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Sie habe beim Fußballspielen und als Leistungssportlerin im Trampolinspringen gelernt, mit Tiefschlägen umzugehen, sagt die Kanzlerkandidatin. „Wenn man hadert, wird man das Turnier nicht gewinnen.“ Also: „Abgehakt. Das nächste Mal wird es besser.“

Zum Beispiel schalte sie Mikrofone jetzt erst auf der Bühne ein und hinter der Bühne sofort ab. Nach ihrer Parteitagsrede hatte Baerbock hörbar geflucht.

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Töchter und Trampolin

Wie sehr die vergangenen Wochen mit ihren Rückschlägen an Baerbock genagt haben, lässt sich erahnen. Mehrfach hat sie bereits eigene Fehler eingeräumt, und erklärt, sich darüber geärgert zu haben.

Sie sagt, es sei auch klar gewesen, dass die Kritik an ihr als erste grüne Kanzlerkandidatin überhaupt scharf sein würde, dass „nicht alles rosarot“ sein werde also.

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Zwischen die Zeilen mischt sich Irritation, etwa, wenn Baerbock auf die absolute Perfektion verweist, die offenkundig von einer Kanzlerkandidatin erwartet werde. An einer anderen Stelle spricht sie allgemein über den Umgang mit Frauen in der Politik.

Man müsse sich bewusst machen, „was es mit Menschen machen kann, wenn sie mit Härte und Ungerechtigkeit getroffen werden“. Man müsse als Politiker aufpassen, sich nicht als Mensch zu verlieren.

Ihr helfe da die Familie mit den zwei Töchtern und ein Gartentrampolin. Auf dem könne man „den ganzen Körper in ganz andere Lüfte bringen“.

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Immerhin werde ja mittlerweile nicht mehr infrage gestellt, dass eine Frau überhaupt Kanzlerin werden könne.

Den Ort für ihre Buchvorstellung habe im Übrigen der Buchverlag ausgewählt, sagt Baerbock. Dass man hier draußen sitzen könne, sei doch wunderbar.

Baerbock, Annalena: Jetzt. Wie wir unser Land erneuern. Ullstein, 240 Seiten, 24 Euro. Erscheint am 21. Juni.

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