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Der Fall Baerbock: Hass bleibt nicht mehr ohne Widerspruch

  • Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock ist neuerdings vermehrt Hassattacken ausgesetzt.
  • Trotzdem bleibt sie standhaft, wie andere Betroffene auch.
  • Dass die Hassenden jetzt auf Gegenwehr stoßen, ist sehr erfreulich, kommentiert Markus Decker.
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Die Attacken kommen nicht überraschend. 21 Jahre nach Angela Merkels Wahl zur CDU-Vorsitzenden und 16 Jahre nach ihrer Wahl zur Kanzlerin rückt nun die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock ins Fadenkreuz von Kritikern. Die Palette reicht von legitimen Fragen nach der Eignung einer 40-Jährigen, die keine Regierungserfahrung hat und so jung wäre wie niemand vor ihr an der Spitze der Regierung, über die in Wahlkampfzeiten üblichen Angriffe bis hin zu jener Hasssprache, die in den Gesellschaften des Westens längst trauriger Alltag geworden ist.

Dass der Hass Frauen härter trifft, hat mit ihrer zunehmenden öffentlichen Sichtbarkeit und ihrem wachsenden Machtbewusstsein zu tun. Der neue Rechtsradikalismus ist nicht zuletzt eine Reaktion darauf.

Gut ist, dass Frauen und Männer sich dadurch nicht einschüchtern lassen. Baerbock etwa hat ja kommen sehen, was kommt – und die Kanzlerkandidatur trotzdem übernommen. Andere Frauen lassen sich ebenfalls nicht abschrecken. Im Gegenteil: Sie solidarisieren sich und bilden Netzwerke. Frauen wissen, dass dieser Kampf ausgefochten werden muss. Und zwar jetzt.

Überdies rüsten sich die Sicherheitsbehörden. Längst gibt es Staatsanwaltschaften, die sich auf die Verfolgung von Hassattacken spezialisiert haben und auch zunächst anonyme Hater aufspüren.

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Der Bundestag hat eben erst beschlossen, dass digitale Netzwerke wie Facebook oder Twitter einschlägige Vorfälle dem Bundeskriminalamt melden müssen. Das wird Zeit brauchen, bis es effektiv arbeiten kann. Doch klar ist: Der Staat macht sich wehrhaft.

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Bemerkenswert bleibt, dass nach 16-jähriger Kanzlerschaft Angela Merkels die gleichen Debatten von vorn beginnen. Aber der Fortschritt ist bekanntlich eine Schnecke.

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