Anklage gegen mutmaßlichen „Nordkreuz“-Gründer

  • In die Ermittlungen gegen ein mutmaßlich rechtsextremes Terrornetzwerk in Polizei und Bundeswehr kommt Bewegung.
  • Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat eine erste Anklage erhoben.
  • Ein ehemaliger SEK-Beamter soll illegal Waffen und Munition gebunkert haben, darunter auch eine Maschinenpistole, die der Bundeswehr gestohlen wurde.
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Schwerin. Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat Anklage gegen ein Mitglied der mutmaßlich rechtsextremen Terrorgruppe „Nordkreuz“ erhoben. Angeklagt wird der ehemalige SEK-Beamte des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern und frühere Elitesoldat der Bundeswehr Marko G. Die Ermittlungsbehörde wirft ihm Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz in mindestens zwei Fällen vor. Die Anklage ist die erste im Rahmen der umfangreichen Ermittlungen gegen mutmaßlich rechtsextreme Netzwerke in Bundeswehr und Polizei.

Maschinenpistole von der Bundeswehr gestohlen

Bereits im August 2017 hatten Ermittler während einer ersten Razzia bei dem Beschuldigten rund 23.800 Schuss Munition, zahlreiche Waffen sowie Blendgranaten gefunden. Am 12. Juni 2019 wurden bei einer weiteren Durchsuchung von 14 weiteren Objekten im Garten des Wohnhauses von G. sowie in einem von ihm genutzten Bungalow weitere Waffen sowie rund 31.500 Schuss Munition verschiedener Kaliber gefunden. Darunter befanden sich laut Staatsanwaltschaft Schwerin auch 1400 Schuss Munition, die dem Kriegswaffenkontrollgesetz unterliegen. Diese Munition darf lediglich an Polizeibehörden und das Militär verkauft werden. Sie befanden sich laut Ermittlungsbehörde daher illegal im Besitz des Beschuldigten. Marko G. sitzt seit Mitte Juni mit drei weiteren Verdächtigen in Untersuchungshaft.

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Die Schweriner Staatsanwaltschaft teilte ebenfalls mit, dass eine bei der Razzia entdeckte Maschinenpistole der Marke Uzi bereits 1993 aus Beständen der Bundeswehr in Brandenburg gestohlen wurde. Nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) wurde die Waffe seinerzeit aus einem aufgebrochenen Panzer auf dem Truppenübungsplatz Lehnin westlich der Landeshauptstadt Potsdam entwendet.

Vorbereitungen auf den „Tag X“

Der frühere Beamte des Spezialeinsatzkommandos in Mecklenburg-Vorpommern gilt laut Staatsanwaltschaft als Mitbegründer der rechten Gruppe „Nordkreuz“. Die Mitglieder sollen sich auf eine schwere Krise der Bundesrepublik Deutschland durch Krieg, Naturkatastrophen und wirtschaftlichen Niedergang vorbereitet und Pläne für einen „Tag X“ gefasst haben. Marko G. fiel nach Ansicht der Staatsanwaltschaft als Waffenexperte die Aufgabe zu, Waffen und Munition für die Gruppe zu besorgen und zu lagern.

Grünen-Innenexperte Konstantin von Notz begrüßte die Anklage: Es sei gut und wichtig, dass es zu einer zügigen Anklageerhebung gegen Marko G. kommt, sagte von Notz dem RND. „Aber es stellt sich durchaus die Frage, wieso von der Landesstaatsanwaltschaft eine Anklage lediglich wegen Verstößen gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz erhoben wird und die abwegige Erzählung der Prepper beziehungsweise Wehrsportgruppen, die Bundesrepublik stünde kurz vor dem Zusammenbruch, offenbar in Teilen akzeptiert wird.“ Angesichts der Nähe zu Ermittlungen gegen die weiteren Beschuldigten Haik J. und Jan-Hendrik H. sei es verwunderlich, dass die Bundesanwaltschaft keinen Anfangsverdacht in ihrer Zuständigkeit sieht und das Verfahren nicht übernimmt.

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Grünen-Politiker von Notz verlangt hartes Durchgreifen

„Die hochgefährliche, klandestine Vernetzung von Rechtsextremen und Rechtsterroristen muss entschlossen und mit allen rechtsstaatlichen Mitteln von der Bundesregierung und in ihrem Weisungsbereich befindlichen Behörden bekämpft und verfolgt werden“, sagte von Notz.

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RND exklusiv: Anschlag in Berlin – der perfide Plan von Franco A.

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RND/fh/köp

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