Journalisten müssen geschützt werden – zum Wohl der Gesellschaft
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Die Feindschaft gegen Journalisten drückt sich auf vielen Corona-Demonstrationen nicht nur durch Plakate wie dieses in Hamburg gezeigte aus. Immer wieder werden Medienschaffende beleidigt, bedroht und körperlich angegriffen.
© Quelle: imago images/Hanno Bode
Berlin. Beleidigungen, Drohungen, körperliche Angriffe – seit dem Beginn der Corona-Proteste im Frühjahr 2020 gehört das zum Alltag vieler Journalistinnen und Journalisten, die über die Demonstrationen berichten. Die steigende Gewaltbereitschaft und das in einigen Fällen nur zögerliche Eingreifen der Polizei sind nicht nur für die Sicherheit der Berichterstatter fatal, sondern auch für eine informierte Öffentlichkeit.
Ohne Reporterinnen und Reporter, die Woche für Woche die Proteste von Maßnahmengegnern und Corona-Leugnern beobachten, wüssten wir wenig über diese Bewegung einer sich konstant radikalisierenden lauten Minderheit. Es bliebe im Verborgenen, welche Rechtsextremen mancherorts den vermeintlich „bürgerlichen“ Protest anführen.
Vor einigen Entwicklungen, zu denen sich die Verfassungsschutzbehörden erst Monate später öffentlich äußerten, warnten Journalistinnen und Journalisten schon frühzeitig – weil sie vor Ort waren, das Geschehen dokumentierten und anschließend analysierten.
Teilweise gewaltsam: Zehntausende protestieren gegen Corona-Maßnahmen
In zahlreichen deutschen Städten sind am Montag Zehntausende Menschen gegen Corona-Schutzmaßnahmen auf die Straße gegangen.
© Quelle: dpa
Nicht alle der Reporterinnen und Reporter, die im Frühjahr und Sommer 2020 über die Proteste von „Querdenkern“ und Co. berichtet haben, tun das auch heute noch – weil sie angegriffen wurden, weil ihnen gerade bei der Berichterstattung von Protesten in kleineren Orten mit wenig Polizei die Angst im Nacken sitzt. Unter dem Hashtag #AusgebranntePresse berichten einige von ihnen dieser Tage auf Twitter von ihren Erlebnissen.
Wenn die Medien nicht ohne Angst berichten können, dann leiden darunter auch die Leser, Hörerinnen und Zuschauer und in letzter Konsequenz die demokratische Gesellschaft.
Die Sicherheitsbehörden müssen deshalb konsequent gegen die Bedrohungen und Angriffe gegen Medienschaffende vorgehen. Gegen die Feinde der freien Presse und einer offenen Gesellschaft hilft nur eines: klare Kante.
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