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18 Tote in Einkaufszentrum

G7 verurteilen Angriff auf Krementschuk als Kriegsverbrechen – Russland zieht Parallelen zu Butscha

Auf diesem Foto, das aus einem Video des staatlichen ukrainischen Notdienstes stammt, versuchen Feuerwehrleute, den Brand in einem Einkaufszentrum in der zentralukrainischen Stadt Krementschuk zu löschen, das nach einem Raketenangriff in Flammen stand.

Auf diesem Foto, das aus einem Video des staatlichen ukrainischen Notdienstes stammt, versuchen Feuerwehrleute, den Brand in einem Einkaufszentrum in der zentralukrainischen Stadt Krementschuk zu löschen, das nach einem Raketenangriff in Flammen stand.

Mehr als 1000 Zivilistinnen und Zivilisten als potentielle Opfer: Der Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum im zentralukrainischen Krementschuk hat im Westen Entsetzen ausgelöst. Von dem Gebäude sind fast nur noch Betonpfeiler und Metallkonstruktionen übrig, der Gouverneur des Gebiets bestätigte am Dienstagmorgen mindestens 18 Tote und rund 60 Verletzte.

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Der Angriff, der möglicherweise als Botschaft an den in Elmau tagenden G7-Gipfel gedacht war, ist dort scharf verurteilt worden: „Willkürliche Angriffe auf unschuldige Zivilistinnen und Zivilisten sind Kriegsverbrechen. Der russische Präsident Putin und die Verantwortlichen werden dafür Rechenschaft ablegen müssen“, stellten die Gipfelteilnehmer am Montagabend fest. Man werde finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung so lange leisten, wie es nötig sei. „Wir werden nicht ruhen, bis Russland seinen brutalen und sinnlosen Krieg gegen die Ukraine beendet.

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„Der Angriff Russlands auf Zivilisten in einem Einkaufszentrum ist grausam“, schrieb US-Präsident Joe Biden bei Twitter. „Dieser entsetzliche Angriff zeigt erneut, zu welchem Ausmaß an Grausamkeit und Barbarei der russische Staatschef fähig ist“, sagte der britische Premierminister Boris Johnson am Rande des G7-Gipfels.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete den russischen Raketenangriff als „absoluten Horror“. Man teile den Schmerz der Familien der Opfer und die Wut über eine solche Schmach, schrieb der Staatschef am Montagabend in einem Tweet. Das russische Volk müsse die Wahrheit sehen.

Russland nutzt Angriff für Propaganda

Die Deutlichkeit mit der die westlichen Staats- und Regierungschefs den Angriff als Kriegsverbrechen benennen, erinnert an die Gräueltaten von Butscha. Nach dem Abzug der russischen Truppen aus der Stadt nahe Kiew wurden zahlreiche Leichen von Zivilistinnen und Zivilisten gefunden, die offenbar gefoltert und getötet wurde, wie Berichte von Zeuginnen und Zeugen sowie Untersuchungen nahelegen.

Auch Russland zieht diesen Vergleich, aber in der eigenen Logik der Staatspropaganda: Der stellvertretende UN-Botschafter Russlands, Dmitri Poljanski, sprach im Zusammenhang mit dem Angriff auf das Einkaufszentrum von einer „neuen ukrainischen Provokation im Stil von Butscha“. Die russische Führung hatte Kriegsverbrechen in Butscha immer bestritten und warf der ukrainischen Seite eine Inszenierung von Kriegsverbrechen vor. Als angeblicher Beweis wurden unter anderem Videos herangezogen, auf denen Leichen sich noch bewegen sollen – was aber schnell als optische Täuschung entlarvt wurde.

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UN-Botschafter Poljanski greift diese Erzählung nun für Krementschuk auf: Es gebe „zu viele auffällige Unstimmigkeiten“, die er aber nicht näher erläuterte. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte am Dienstag den Angriff, bestritt in einer Mitteilung aber, dass das in Brand geratene Einkaufszentrum in Betrieb gewesen sei. Es habe einen Luftangriff auf Hallen gegeben, in denen aus den USA und Europa gelieferte Waffen und Munition gelagert worden seien.

Mindestens 18 Tote: Russische Rakete trifft Einkaufszentrum in der Ukraine

Aufnahmen vom verheerenden Einschlag einer Rakete in einem Einkaufszentrum in der Ukraine sind beim G7-Gipfel in Elmau mit Bestürzung aufgenommen worden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland wegen des Angriff als „größte Terrororganisation der Welt“. In einer Videoansprache sagte er: „Die Leute im Einkaufszentrum in Krementschuk verdienten die gleiche Sicherheit wie Leute in jedem Einkaufszentrum der Welt, ob irgendwo in Philadelphia oder Tel Aviv oder in einer Einkaufspassage in Dresden.“

Selensykyj fordert Luftabwehrsysteme

Um ähnliche Angriffe in Zukunft zu vermeiden, forderte Selenskyj erneut Lieferungen westlicher Luftabwehrsysteme. Nach Einschätzungen von Militärexperten sind die aktuellen Abwehrsysteme der Ukraine zu ineffizient, um russische Raketenangriffe abzufangen. Ändern könnte das jedoch das Iris-T-System, das Bundeskanzler Olaf Scholz der Ukraine zugesagt hat.

In Deutschland bekräftigen Politikerinnen und Politiker die Notwendigkeit von Sanktionen und Waffenlieferungen infolge des Angriffs: CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen schrieb bei Twitter, man dürfe sich nicht an solche Kriegsverbrechen gewöhnen. „Um diese Verbrechen zu stoppen, müssen wir der Ukraine die Waffen liefern, die sie braucht, um zu gewinnen!“

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Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) bezeichnete den Angriff als „unerträglich“. „Wer gezielt militärisch gegen Zivilisten vorgeht, begeht ein Kriegsverbrechen. Die internationale Gemeinschaft muss und wird alles tun, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und vor Gericht zu stellen“, schrieb er auf Twitter.

Christian Dürr, Fraktionsvorsitzender der FDP im Bundestag, sprach von „entsetzlichen Nachrichten aus Krementschuk“. Deutschland werde alle Waffen liefern, die man liefern könne. Die neuen G7-Saktionen bezeichnete Dürr bei Twitter als „richtigen Schritt. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Britta Haßelmann, verurteilte den Angriff auf Krementschuk ebenfalls als „brutalen Bruch des Völkerrechts“.

RND/sebs/dpa

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