Zweifelhafte Auszeichnung für Merkel in China: Xi nennt Kanzlerin „alte Freundin“ – in einer Reihe mit Castro und Lukaschenko

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel wird eine zweifelhafte Ehre zuteil.
  • Chinas Präsident Xi Jinping bezeichnet sie öffentlich als „alte Freundin“.
  • Ein Titel, den nur Politikerinnen und Politiker bekommen, die China weitgehend unkritisch behandeln.
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Berlin. Die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist von Chinas Präsident Xi Jinping als „alte Freundin“ bezeichnet worden. Wie „tagesschau.de“ am Donnerstag berichtete, ist dies als ausdrückliche Ehre zu verstehen, die nur Politikerinnen und Politikern zuteilwird, die mit der chinesischen Führung weitgehend unkritisch umgegangen sind. Zu sehen und hören ist das in einem Video. Dabei habe Xi die Kanzlerin mit Lob überschüttet.

Mit dem „Ehrentitel“ steht Merkel in einer zweifelhaften Reihe. So sind auch zahlreiche Diktatoren als „alte Freunde“ Chinas bezeichnet worden. Etwa die Ex-Machthaber von Kuba, Venezuela und Simbabwe – Fidel Castro, Hugo Chávez und Robert Mugabe – sowie Belarus-Präsident Alexander Lukaschenko. Doch auch Merkels Vorgänger Gerhard Schröder sowie die ehemaligen US-Präsidenten Richard Nixon und Bill Gates bekamen den Titel.

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China: Lob für Merkels Einsatz in wirtschaftlichen Beziehungen

China rechnet der Kanzlerin demnach vor allem ihre Bemühungen um die wirtschaftlichen Beziehungen beider Staaten an. Während der EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands im vergangenen Jahr hatte Merkel die Staats- und Regierungschefs der EU davon überzeugt, einem umstrittenen Investitionsabkommen mit China zuzustimmen. Dafür hatte es viel Kritik in Europa gegeben. Derzeit liegt das Abkommen allerdings auf Eis, da das Europaparlament es im Frühjahr gestoppt hatte. China hatte zuvor Sanktionen gegen kritische EU-Abgeordnete verhängt.

Merkel hatte sich am Mittwoch per Videokonferenz zu einem Abschiedsgespräch mit Xi Jinping zusammengeschaltet. Merkel und der Präsident hätten über die Entwicklung der deutsch-chinesischen Beziehungen und aktuelle Themen der internationalen Agenda gesprochen, hieß es von einer Regierungssprecherin.

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„Dabei ging es unter anderem um die Vorbereitung des bevorstehenden G-20-Gipfels, Fragen des Klimaschutzes und der Pandemiebekämpfung sowie der Menschenrechte und um das Investitionsabkommen der Europäischen Union mit China“, erklärte sie weiter. Merkel und Xi hätten die Bedeutung des 50. Jahrestags der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und China im kommenden Jahr betont.

RND/cz/dpa

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