Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Nach Interview im Berliner Ensemble

Melnyk kritisiert Merkel: „Viel zu nachsichtig mit Diktator Putin“

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk.

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk.

Berlin. Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat Ex-Kanzlerin Angela Merkel für die Rechtfertigung ihrer Russland-Politik in 16 Jahren Regierungsverantwortung scharf kritisiert. Leider sei im ersten Interview seit dem Regierungswechsel vor einem halben Jahr „kein Hauch Selbstkritik“ zu spüren gewesen, sagte Melnyk am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Die Äußerungen der Ex-Kanzlerin über die Unfehlbarkeit ihres Russland-Kurses und ihres viel zu nachsichtigen Umgangs mit Diktator Putin sind befremdlich.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

+++ Alle Entwicklungen zum Krieg gegen die Ukraine im Liveblog +++

Merkel hatte am Dienstagabend im Gespräch mit dem Journalisten Alexander Osang im Berliner Ensemble ihren Russland-Kurs gegen die harsche Kritik der letzten Monate verteidigt. „Also ich sehe nicht, dass ich da jetzt sagen müsste, das war falsch, und werde deshalb auch mich nicht entschuldigen“, sagte sie.

Merkel zu Russland-Politik: „Muss mir nicht vorwerfen, zu wenig getan zu haben“

In einem Interview in Berlin zur aktuellen Lage weist die Altkanzlerin Angela Merkel die Vorwürfe gegen ihre Russland-Politik ab.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Melnyk hielt ihr entgegen, wie es denn sein könne, dass Russland „den blutigsten Krieg in Europa seit 1945“ habe starten können, wenn die deutsche Russland-Politik in den letzten Jahrzehnten „so toll war“. Putin sei geradezu hofiert worden, und Berlin sei dem Kremlchef immer entgegengekommen.

Die jetzigen Äußerungen Merkels seien „sehr bedauerlich“, sagte der Botschafter. „Denn ohne eine ehrliche vollumfassende Aufarbeitung der Russland-Politik Deutschlands ist es gar nicht möglich, richtige Schlüsse für das künftige Verhältnis zu Moskau ziehen und seine Aggression zu stoppen.“

Die Ukrainer seien davon überzeugt, dass die deutsche Haltung zur Nato-Mitgliedschaft und EU-Beitrittsperspektive der Ukraine, die jahrelange Ablehnung von Waffenlieferungen nach der Krim-Annexion sowie das „rücksichtlose Vorantreiben“ der Erdgasleitung Nord Stream 2 bis zum Krieg „Putin ermutigt haben, die Ukraine anzugreifen“.

RND/dpa

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Top Themen

Krieg in der Ukraine
 

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken