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Merkel: Klimabeschlüsse des G-7-Gipfels sind ein „starkes Bekenntnis“

  • Zum Abschluss des G-7-Gipfels im südwestenglischen Cornwall zieht Bundeskanzlerin Angela Merkel ein positives Fazit.
  • Die Wahl von US-Präsident Joe Biden habe ermöglicht, Probleme mit neuem Elan zu lösen.
  • Auch mit den Klimabeschlüssen ist die CDU-Politikerin zufrieden.
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Carbis Bay. Kanzlerin Angela Merkel hat die Ergebnisse des G-7-Gipfels beim Klimaschutz als „starkes Bekenntnis“ gewertet – auch wenn sich die reichen Industrienationen nicht auf ein einheitliches Datum zum Ausstieg aus der Kohle einigen konnten. Das habe nicht an Deutschland gelegen, „andere haben da noch die Pläne nicht so weit verifiziert“, sagte Merkel am Sonntag am Rande des G-7-Gipfels im südwestenglischen Cornwall. „Aber ich glaube, das Bekenntnis zum Klimaschutz, zum 1,5-Grad-Ziel, zum Pariser Abkommen von allen G-7-Ländern: Das ist schon ein starkes Bekenntnis.“

Auch die Gastländer des Gipfels wie Australien, Südkorea, Südafrika und Indien würden sich verpflichten, diese Normen einzuhalten, sagte Merkel. „Ich glaube, wir gehen da mit gutem Beispiel voran.“ Deutschland will nach aktuellem Stand bis spätestens 2038 aus der klimaschädlichen Kohleverstromung aussteigen.

Klimaschützer hatten sich enttäuscht über die G-7-Pläne im Kampf gegen die Erderwärmung geäußert. Ohne zeitliche Vorgaben seien diese „nur leere Versprechen“, sagte etwa Catherine Pettengell vom Climate Action Network. „Die G-7-Staats- und Regierungschefs lassen ihren Worten immer noch keine Taten folgen.“ Investitionen in Kohle müssten sofort enden.

Deutschland verantwortlich für 350 Millionen Impfdosen

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Außerdem sicherte Merkel einen „erheblichen Beitrag“ aus Deutschland bei der Verteilung von Corona-Impfstoffen zu. „Deutschland zeichnet verantwortlich für 350 Millionen Dosen“, sagte sie. Dazu gehörten 30 Millionen Dosen, die Deutschland bestellt habe und weitergeben werde. „Das werden vermutlich im Laufe der Zeit noch mehr“, sagte Merkel. Sie verwies auf Lieferprobleme der Impfstoffhersteller.

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Merkel zum G-7-Gipfel: „Wir wollen für eine bessere Welt agieren“
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Die Bundeskanzlerin äußerte sich am dritten und letzten Tag des G-7-Treffens in Cornwall.  © Reuters
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Der größte Teil des deutschen Beitrags laufe über das Impfprogramm Covax. Dort sei Deutschland der zweitgrößte Geber. Covax finanziert mit dem Geld etwa die Herstellung von Impfstoffen und den Aufbau von Produktionsstätten.

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Ziel sei, den Zugang aller Menschen zu Impfstoffen sicherzustellen, sagte Merkel. Die G-7-Gruppe sei sich „einig, dass die Pandemie nur global besiegt werden kann. Der Weg aus der Pandemie sind Impfstoffe“, sagte Merkel. Die Kanzlerin bekräftigte, dass die G-7-Gruppe bis Ende 2022 insgesamt 2,3 Milliarden Impfdosen verteilen wolle. „Deutschland beteiligt sich in erheblichem Maße.“

Es gehe zudem darum, die globale Impfstoffproduktion zu fördern. Die G-7-Gruppe wolle, dass die Mittel nicht mehr nur in Europa oder Asien hergestellt werden, sondern auch in Afrika. Hier engagiere sich vor allem das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech, sagte Merkel, ohne weitere Details zu nennen.

Positives Fazit nach erstem G-7-Gipfels mit Biden

Insgesamt zog die Kanzlerin ein positives Fazit des ersten G-7-Gipfels mit dem neuen US-Präsidenten Joe Biden gezogen. „Durch die Wahl von Joe Biden zum amerikanischen Präsidenten ist ja die Welt nicht so, dass sie keine Probleme mehr hätte. Aber wir können mit neuem Elan an der Lösung dieser Probleme arbeiten“, sagte Merkel. Auf die Frage, ob sie von ihren Kollegen der Gruppe der großen demokratischen Industrienationen ein Abschiedsgeschenk erhalten habe, antwortete die Kanzlerin: „Ich habe nur gute Wünsche bekommen. Und keine Geschenke.“ Merkel tritt nach bald 16 Jahren als Kanzlerin bei der Bundestagswahl im September nicht mehr an.

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Merkel besucht Biden am 15. Juli im Weißen Haus
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Zuletzt ist Kanzlerin Merkel kaum noch gereist. Für Mitte Juli hat sie nun wieder einen ersten bilateralen Besuch geplant.  © dpa

Merkel bescheinigte dem G-7-Gipfel, er habe ein „ganz eindeutiges Bekenntnis zu einer regel- und wertebasierten multilateralen Welt abgegeben“. „Die G 7 wollen sich engagieren in den großen Themen, die wir heute zu bewerkstelligen haben.“ Es gehe natürlich zunächst um die Bekämpfung der Pandemie - man sei sich einig, dass diese nur global besiegt werden könne. „Wir wollen für eine bessere Welt agieren“, versprach die Kanzlerin. Die „Amerika-zuerst“-Politik von Bidens Vorgänger Donald Trump hatte die Arbeit der G 7 in den vergangenen Jahren stark belastet. Auch zwischen Trump und Merkel gab es ein schwieriges Verhältnis.

Sie begrüße sehr, dass man als G-7-Gruppe konkreter geworden sei. „Manchmal drücken wir unsere Ideale aus, aber es noch nicht ganz klar, dass wir auch sagen: Wo sind wir vielleicht als G 7 noch nicht so gut, (...) wie wir es sein sollten.“

Deswegen sei es eine wichtige Initiative, dass man sich bei Infrastrukturprojekten besser abstimmen und sie besser finanzieren wolle. „Denn wir müssen uns ja schon damit auseinandersetzen, dass China zum Beispiel eine recht erfolgreiche Infrastrukturpolitik zum Teil betreibt. Da können wir nicht tatenlos zusehen.“ Die G-7-Gruppe müsse zeigen, „dass wir ein wichtiger und erfolgreicher Faktor bei der Entwicklungsarbeit auf der Welt sind“.

Merkel sprach auch das Thema Menschenrechte an. Es gebe „eine Vielzahl von internationalen Plätzen, an denen die Demokratie nicht so gelebt werden kann, wie wir uns das vorstellen würden. An denen Menschen leiden.“ Die Kanzlerin erwähnte ausdrücklich das Thema Zwangsarbeit in China. „Insgesamt glauben wir, dass Demokratie sich dann am besten durchsetzt, wenn wir eine regelbasierte, multilaterale Kooperation haben, zu der wir alle einladen.“

RND/dpa

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