• Startseite
  • Politik
  • Andreas Kalbitz (AfD): Unantastbar trotz rechtsextremer Vergangenheit

Der Unantastbare: Kalbitz treibt die AfD vor sich her

  • Der AfD-Bundesvorstand diskutiert am Freitag über die rechtsextreme Vergangenheit seines gefährlichsten Strippenziehers Andreas Kalbitz.
  • Der gibt sich gelassen. Er hat von der AfD, die er in Teilen kontrolliert, nichts zu befürchten.
  • Im Gegenteil: Er treibt die Partei weiter vor sich her, kommentiert Jan Sternberg.
|
Anzeige
Anzeige

Berlin. Höchstwahrscheinlich bleibt Andreas Kalbitz auch nach diesem Freitag Mitglied der AfD. Obwohl niemand der Partei so gefährlich werden kann wie der 47-jährige Brandenburger Landeschef. Wenn demnächst die gesamte Partei zum Verdachtsfall des Verfassungsschutzes werden sollte, dann vor allem wegen Führungsfiguren wie Kalbitz mit einer langjährigen Verwurzelung im rechtsextremen Milieu.

In seinem Brandenburger Landesverband sei „keine demokratische Mitte mehr erkennbar“, urteilte gerade der Potsdamer Verfassungsschutzchef.

Am Freitagnachmittag tritt der AfD-Bundesvorstand zusammen, dem Kalbitz selbst angehört. Diskutiert wird eine fünfseitige Auflistung des Brandenburgers über seine Nähe zu rechtsextremen Vereinen und Gruppierungen. Laut Verfassungsschutz führte die „Familie Andreas Kalbitz“ bei der verbotenen Heimattreuen Deutschland Jugend (HDJ) dort die Mitgliedsnummer 01330. Kalbitz räumt jetzt ein, dass sein Name auf einer “Interessenten- oder Kontaktliste” stehe. Mitglied im juristischen Sinne sei er aber nie gewesen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Die AfD kann Kalbitz nicht rauswerfen - und sie will nicht

Jede demokratische Partei hätte jemanden mit einer verbrieften langjährigen Biografie im organisierten Rechtsextremismus längst rausgeworfen. Die AfD kann das nicht. Und sie will es nicht.

Dem Vorstand liegt zwar inzwischen das Verfassungsschutz-Gutachten vor, doch eine beweiskräftige Quelle wie eine HDJ-Mitgliederliste liegt nicht bei.

So werden sich Kalbitz‘ Gegner nicht trauen, den Ausschluss zu fordern; zudem verdanken führende Kader wie Bundestags-Fraktionschefin Alice Weidel und Parteichef Tino Chrupalla Kalbitz‘ weiter existierenden „Flügel“-Netzwerk ihre Posten.

Kalbitz treibt den Protest wieder auf die Straße

Zugleich treibt Kalbitz die Partei weiter vor sich her: Er profiliert die AfD als radikale Kraft gegen alle Corona-Einschränkungen und will den Protest noch stärker auf die Straße tragen. Wo die AfD zur Kundgebung ruft, wie in Pirna oder Cottbus, sind Hooligans und Rechtsextreme nicht weit. Alles Zufall? Mit Zufällen kennt sich keiner so gut aus wie Kalbitz.

RND

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen