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„Kohleausstieg deutlich vor 2035″: Laschets Klimaexperte überrascht mit Prognose

  • Bund und Länder hatten vor einem Jahr die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen, dass der Ausstieg aus der Braunkohle bis 2038 gelingt.
  • Der Klimaexperte aus dem Wahlkampfteam von Armin Laschet hat nun mit einer Aussage überrascht.
  • Er hält einen Ausstieg „eher deutlich vor 2035 als danach“.
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Berlin. Der Klimaexperte im Wahlkampfteam von Unionskanzlerkandidat Armin Laschet, Andreas Jung, hält einen schnelleren Kohleausstieg für möglich. „Ich erwarte, dass das eher deutlich vor 2035 als danach sein wird“, sagte Jung dem Nachrichtenportal „ThePioneer“. Beschlossen ist bislang, dass Deutschland bis spätestens 2038 aus der Kohle aussteigt.

Entscheidend für die Geschwindigkeit des Ausstiegs sei der europäische Emissionshandel. „Aus ihm ergeben sich die Kosten des CO2-Ausstoßes von Kohlekraftwerken.“

Wirtschaftsministerium hält früheren Ausstieg für möglich

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Der Emissionshandel soll den Ausstoß von Treibhausgasen in der EU senken. Für jede Tonne CO2, die in die Atmosphäre gelangt, brauchen die Verursacher der von dem System erfassten Wirtschaftsbereiche eine Berechtigung. Diese Zertifikate können gehandelt werden. Insgesamt wird die erlaubte Menge an Emissionen immer kleiner, die Zertifikate werden teurer.

Auch nach Einschätzung des Bundeswirtschaftsministeriums geht der Kohleausstieg derzeit schneller voran als geplant. Das geht aus einem Papier des Ministeriums hervor, über das Mitte August berichtet wurde. Demnach hält das Wirtschaftsministerium einen Ausstieg aus der Kohleverstromung noch vor 2038 für möglich.

Nach 2023 müssen noch 22 Anlagen vom Netz gehen

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„Durch die guten Erfolge der Ausschreibungen für Steinkohle und zusätzliche marktgetriebene Stilllegungen wird das Ziel für 2022, die Steinkohleanlagen und Braunkohle-Kleinanlagen auf 15 Gigawatt zu reduzieren, voraussichtlich sogar übererfüllt werden“, heißt es in dem Papier. Die erste Braunkohleanlage war 2020 stillgelegt worden, bis Ende 2022 sollen sieben weitere folgen. Wie das Ministerium auf Anfrage mitteilt, blieben dann noch 22 weitere Braunkohleblöcke übrig, die zwischen 2023 und 2038 vom Netz gehen sollen.

Bund und Länder hatten vor einem Jahr die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen, dass der Ausstieg aus der Braunkohle bis 2038 gelingt. Die Kohle-Regionen sollen im Gegenzug 40 Milliarden Euro erhalten, um den damit einhergehenden Wandel stemmen zu können. Weitere 1,09 Milliarden Euro gehen an strukturschwache Standorte von stillgelegten Steinkohlekraftwerken. Auch die ehemaligen Braunkohlereviere Helmstedt und Altenburger Land erhalten eine Unterstützung von jeweils bis zu 90 Millionen Euro.

RND/dpa

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