• Startseite
  • Politik
  • Analyse zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Bei welcher Wählergruppe die CDU besonders gepunktet hat

Analyse: Bei welcher Wählergruppe die CDU besonders gepunktet hat

  • Die CDU geht als klare Siegerin aus der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hervor.
  • Sie konnte die Wählerinnen und Wähler durch Regierungsarbeit, Sachkompetenz und die Beliebtheit ihres Ministerpräsidenten überzeugen.
  • Besonders bei einer Wählergruppe waren die Konservativen überdurchschnittlich erfolgreich.
Anzeige
Anzeige

Berlin/Magdeburg. Die CDU hat sich in Sachsen-Anhalt als stärkste Kraft weit vor der AfD behauptet. Ihren Erfolg verdankt die Partei von Ministerpräsident Reiner Haseloff laut Umfragen der Forschungsgruppe Wahlen einem Gesamtpaket aus Parteiansehen, Regierungsarbeit und ihr von den Wählerinnen und Wählern zugeschriebener Sachkompetenz.

Die anderen Parteien hätten lediglich spezifische Stärken und kaum bekannte Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten, analysiert die Forschungsgruppe Wahlen. Die CDU habe hingegen besonders durch Reiner Haseloff punkten können: 81 Prozent der Befragten bescheinigten ihm eine gute Arbeit. 63 Prozent wollen Haseloff erneut als Ministerpräsidenten.

Anzeige
Video
Ministerpräsident Haseloff: Wir haben die Wahl gewonnen
1:35 min
Die ersten Hochrechnungen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sehen die CDU mit 36 Prozent eindeutig vorn. Amtsinhaber Haseloff sieht darin eine klare Absage an die AfD.  © Reuters

Gute Noten für Sachkompetenz und Krisen­management

Der CDU sprachen die Wählerinnen und Wähler demnach auch die meiste Sachkompetenz zu – vor allem beim wichtigen Thema Corona, aber auch bei den Themen neue Jobs, Wirtschaft und Infrastruktur. Relative Defizite hat sie den Umfragen zufolge – neben Bildung und Schule – beim Thema Klimaschutz. Allerdings gebe es für 75 Prozent in Sachsen-Anhalt „viel wichtigere Probleme als den Klimawandel“. Für 61 Prozent der Befragten werden die „Ostdeutschen wie Bürger zweiter Klasse“ behandelt, um deren Interessen sich die Linke für 48 Prozent „nicht mehr genug kümmert“.

Das Krisenmanagement der Landesregierung bewerten 65 Prozent positiv. Damit schneidet sie deutlich besser ab als die Bundesregierung. Deren Krisenmanagement beurteilten nur 46 Prozent der Befragten in Sachsen-Anhalt positiv.

Anzeige

Innerhalb der Landesregierung erhielt die CDU deutlich bessere Noten als die Koalitionspartner SPD und Grüne.

Anzeige

Dass die AfD trotz der guten Werte für Haseloffs CDU stark abschneidet, liegt laut Analyse der Forschungsgruppe Wahlen „an einer Wählerschaft, die das politische Establishment und Handling der Corona-Krise sehr kritisch sieht, die sich oft benachteiligt fühlt und die zum Rechtsextremismus oder zu Ausländern sehr eigene Ansichten hat“.

Die AfD diene dabei als Kommunikationsplattform: Für 95 Prozent der AfD-Wählerinnen und ‑Wähler nennt diese als „einzige Partei die wichtigen Probleme beim Namen“. Insgesamt glauben 20 Prozent aller Befragten, dass die AfD – wäre sie an der Regierung beteiligt – faktisch bessere Politik machen würde.

CDU besonders bei Alten erfolgreich

Zum Wahlerfolg der CDU haben laut Forschungsgruppe Wahlen besonders die älteren Wählerinnen und Wähler beigetragen. Bei den ab 60-Jährigen kommt die CDU auf 44 Prozent, bei den unter 30-Jährigen erreicht sie nur 17 Prozent. In letzterer Gruppe sind Grüne und FDP zweistellig, auch die anderen Parteien schneiden in der Summe stärker ab.

Die AfD punktet demnach vor allem in den mittleren Altersgruppen.

Dazu kommt ein großer Geschlechts­unterschied: Unter Wählerinnen erreicht die AfD 18 Prozent, bei Wählern sind es 29 Prozent. Bei den 30- bis 59-jährigen Männern erfährt die AfD den Umfragen zufolge besonders viel Zuspruch.

Anzeige

Bundespolitik nur für Minderheit entscheidend

Für 37 Prozent der Befragten war die Bundespolitik für ihre Stimmabgabe entscheidend, für 55 Prozent hingegen die Landespolitik in Sachsen-Anhalt. Bei der letzten Landtagswahl 2016 hatten noch 45 Prozent der Befragten die Bundespolitik als ausschlaggebend bezeichnet und nur 49 Prozent die Politik im Bundesland.

Anzeige

Die Zahlen basieren auf einer telefonischen Befragung der Forschungsgruppe Wahlen unter 1471 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt in der Woche vor der Wahl sowie auf der Befragung von 15.788 Wählerinnen und Wählern am Wahltag.

RND/feh

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen