An den Haaren herbeigezogen

  • So sehr hat Deutschland selten einen Montag herbeigesehnt.
  • Denn morgen dürfen Friseure wieder öffnen.
  • Warum ist uns das eigentlich so wichtig?
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

das Schreiben dieses Newsletters ist nicht immer das reine Vergnügen. Manchmal ist zu viel los, manchmal zu wenig, für heute – Sie ahnen es – gibt es eher zu wenig Aktuelles zu berichten als zu viel.

Ein Spiegel dieser für Journalisten eher traurigen Realität ist die „Agenda“ der Nachrichtenagentur dpa, die uns täglich mit den „wichtigsten“ Terminen und Ankündigungen aus aller Welt beliefert. Und da steht für heute zum Beispiel drin: „Büchnerpreisträger Arnold Stadler schneidet sich selbst die Haare.“ Okay, es ist ein Büchnerpreisträger, aber wann hat man schon mal herbeigesehnt, dass sich jemand laienhaft am Kopf herumschnippelt? (Oder nutzt Herr Stadler einen elektrischen Haarschneider?)

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Andererseits ist das Thema dann doch nicht so unwichtig. Morgen dürfen die Friseursalons wieder öffnen. Für manche endet damit die Zeit schlechter Frisuren, für andere geht es um mehr: nämlich um soziale Kontakte und um Körperpflege, die sie vielleicht nicht allein schaffen. Und für die Friseure um ihre wirtschaftliche Existenz. Das alles geht nach wie vor nur mit Hygieneregeln, Masken sind in den Salons Pflicht, und ohne Termin sollte dort niemand aufkreuzen.

Video
RND-Videoschalte mit Friseurverband-Chef Esser: „Der erste Monat wird ausgebucht sein“
7:14 min
Im Videointerview spricht Harald Esser, Präsident des Zentralverbandes des deutschen Friseurhandwerks, über die anstehende Öffnung der Friseursalons am 1. März.  © RND

Unser Autor Bert Strebe fragt sich, warum uns die Haare überhaupt so wichtig sind. An den reinen Fakten – tägliches Wachstum von 0,33 Millimetern, Anzahl pro Kopf: 75.000 bis 150.000 – liegt es nicht. Vielmehr sagen Schnitte, Farbe und Zustand der Haare auch heute noch jede Menge aus über den Träger. Ist die Person reich, ist sie krank, hat sie Stil? Oberflächliche Antworten auf diese Fragen liefert das Haupthaar des Gegenübers.

Früher waren die Haare noch wichtiger: Männer mit langen Haaren galten als frei – heute ist die Mähne eher das Erkennungszeichen der Gelockdownten. Ab Montag wird sich das langsam ändern. Selten hat Deutschland den Wochenbeginn so herbeigesehnt. Ein etwas freierer Kopf könnte uns allen guttun.

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