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Kommentar

Amoklauf in Uvalde: Die USA sind teilweise kaputt

Fotos der Opfer in Uvalde (Texas) – und ein Protestplakat.

Fotos der Opfer in Uvalde (Texas) – und ein Protestplakat.

Der Ablauf ist – egal ob in den USA oder bei uns – stets der gleiche. Ein junger Mann (fast nie sind es Frauen) stürmt eine Schule oder Universität und erschießt scheinbar wahllos Menschen. Zunächst herrscht Panik, dann Entsetzen. Am Tatort werden Blumen niedergelegt. Kerzen brennen. Augenzeugen, Angehörige und Amtsträger äußern Betroffenheit.

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Zur Trauerfeier ist noch mal das Fernsehen da. Dann zieht die Karawane der Aufmerksamkeit weiter – wobei die Gewöhnung zumal in den Vereinigten Staaten längst so groß ist, dass es schon sehr viele oder sehr junge Opfer sein müssen, damit Aufmerksamkeit überhaupt noch entsteht.

24.05.2022, USA, Uvalde: Einsatzkräfte versammeln sich nach Schüssen in einer Grundschule in der Nähe des Tatorts. Foto: Dario Lopez-Mills/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Was geht in Amokläufern vor?

In Texas hat ein Amokläufer in einer Grundschule 21 Menschen getötet. Die forensische Psychologin Karoline Roshdi erklärt die Ursachen von Amokläufen und wie sich diese besser verhindern ließen.

Unvergleichlich ist das Ausmaß der Taten. In Deutschland waren es bisher 21 insgesamt, in den USA 61 allein in diesem Jahr. Unvergleichlich ist auch, dass dort praktisch jeder über 18 problemlos Waffen kaufen kann, anders als bei uns. Während in Deutschland Problembewusstsein herrscht, herrschen jenseits des Atlantiks Dummheit, Zynismus und die National Rifle Association, die beides in politischen Einfluss ummünzt.

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Problem liegt in der Gesellschaft

Man kann es nicht anders sagen: Was in Uvalde und anderswo passiert, sind Symptome einer teilweise kaputten Gesellschaft und eines teilweise kaputten politischen Systems. Viele Amerikaner empfinden das selbst so.

Trump will nach Amoklauf mehr Waffen an Schulen

Kurz nach dem Amoklauf an einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas hat in Houston die Jahrestagung der Waffenlobby NRA begonnen.

Auch in Deutschland wird es weitere Amokläufe geben – schon deshalb, weil etwa eine Million Menschen im Besitz legaler Waffen sind, nebst einer hohen Dunkelziffer von Menschen mit illegalen. Umso mehr gilt es, den Fokus auf jene potenziellen Täter an Bildungseinrichtungen zu lenken, die keine sozialen Bindungen haben und Gewaltfantasien äußern. Sie zu identifizieren ist kein Hexenwerk. Es verlangt menschliches Interesse – und ja: Mühe.

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