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Deutsche Wirtschaft wächst um 8,2 Prozent – Konjunkturprognose verbessert

  • Die Bundesregierung rechnet für das laufende Jahr mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland von 5,5 Prozent.
  • Anfang September hatte das Wirtschaftsministerium noch ein Minus von 5,8 Prozent vorhergesagt.
  • Wirtschaftsminister Altmaier spricht von „Hoffnung“.
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Berlin. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hebt die Konjunkturprognose für das laufende Jahr trotz des Teil-Lockdowns im November leicht an. Wie das Wirtschaftsministerium am Freitag in Berlin mitteilte, wird mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland von 5,5 Prozent gerechnet.

„Das gute dritte Quartal zeigt, dass sich die deutsche Wirtschaft vor der Pandemie in starker Verfassung befunden hat und auch unter solchen Bedingungen Wachstumskräfte freisetzen kann“, sagte Altmaier am Freitag in Berlin. „Das gibt Hoffnung für die schweren Monate, die im Winter vor uns liegen.“

Anfang September hatte das Wirtschaftsministerium noch ein Minus von 5,8 Prozent vorhergesagt. Ende April war noch mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland von 6,3 Prozent gerechnet worden.

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Die Wirtschaftsleistung war nach dem schwierigen Frühjahr im dritten Quartal kräftig um 8,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen.

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Mit bis zu 10 Milliarden Euro greift der Staat im November Betrieben und Soloselbstständigen unter die Arme, die vom neuerlichen Lockdown betroffen sind.  © Reuters

Scholz: Grund für Zuversicht

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sieht in der aktuellen Konjunkturprognose der Bundesregierung Grund für Zuversicht. „Wir stehen in diesem Jahr deutlich besser da als im Frühjahr befürchtet“, sagte der Vizekanzler am Freitag. Das gelte trotz der nun wieder notwendigen Kontaktbeschränkungen. „Dass wir zeitig und kraftvoll reagiert haben, zahlt sich aus“, betonte Scholz. Er versprach: „Wir werden alles tun, um die Infektionsdynamik zu brechen, um Leben zu schützen und unsere Wirtschaft.“

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Allerdings hieß es aus dem Wirtschaftsministerium: „Nur wenn es uns gelingt, die Kurve der Neuinfektionen wieder abzuflachen, kann sich der Erholungsprozess unserer Wirtschaft dauerhaft fortsetzen und schwerer Schaden für Unternehmen und Beschäftigte verhindert werden.“

Bund und Länder hatten am Mittwoch die härtesten Maßnahmen seit dem großen Lockdown im Frühjahr beschlossen. Ab Montag sollen unter anderem Restaurants, Kinos und Theater für den gesamten Monat November schließen. In dieser Zeit dürfen sich auch nur wenige Menschen privat und in der Öffentlichkeit treffen. Hotels dürfen keine Touristen mehr aufnehmen.

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Vorkrisenniveau frühestens zum Jahreswechsel 2021/2022

Nach dem Ende des harten Lockdowns sei es im Mai und Juni zunächst zu einer sehr kräftigen Belebung der deutschen Wirtschaft gekommen, so das Ministerium. Bei wieder verbesserter Auslastung habe sich die Erholung verlangsamt, aber unterstützt durch umfangreiche Konjunkturmaßnahmen der Bundesregierung fortgesetzt.

Zugleich hieß es: „Die wirtschaftliche Erholung steht und fällt aber mit der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens.“ Für das kommende Jahr 2021 rechnet Altmaier mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 4,4 Prozent, für das Jahr 2022 mit 2,5 Prozent. Das Vorkrisenniveau würde demnach frühestens zum Jahreswechsel 2021/2022 wieder erreicht werden.

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Altmaier lehnt Recht auf Homeoffice und Steuererhöhungen ab

Altmaier wandte sich am Freitag erneut gegen ein von der SPD gefordertes Recht auf Homeoffice. Ein Rechtsanspruch passe nicht in die Landschaft, es sei eher ein “Belastungsmoratorium” für die Wirtschaft notwendig.

Der Minister warnte indirekt außerdem vor einem Gesetz zur Einhaltung von Menschenrechts-Standards in weltweiten Lieferketten, das die Wirtschaft überfordere - darüber streitet die schwarz-rote Koalition seit Wochen. Altmaier wandte sich auch gegen Steuererhöhungen, dies verunsichere die Wirtschaft.

RND/dpa/tdi

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