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  • Alten- und Pflegeheime besuchen: Was müssen Angehörige an Weihnachten bedenken? - Neuer Leitfaden vorgestellt

Besuche in Pflegeheimen: Ein Leitfaden ist gut – aber nicht genug

  • Wie stellen sich Pflegeheime am besten auf den zu erwartenden Ansturm zu Weihnachten ein?
  • Ein neuer Leitfaden für Pflegeheime gibt Antworten und das ist sicherlich auch sinnvoll, kommentiert Christian Burmeister.
  • Trotzdem wirkt Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei der Vorstellung ein bisschen wie jemand, der ein Heftpflaster auf eine tiefe Schnittwunde klebt.
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Berlin. Über die Corona-Gefahr in Schulen ist zuletzt viel gesprochen und gestritten worden. Aber das viel gravierendere Problem hat Deutschland mit seinen Alten- und Pflegeheimen. Dort kommt es nach wie vor regelmäßig zu größeren Ausbrüchen mit vielen Todesfällen. Das liegt vor allem daran, dass die Politik es bis heute versäumt hat, eine überzeugende Strategie für diese Einrichtungen zu entwickeln.

Nun haben Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, einen Leitfaden vorgestellt, der Besuche bei Angehörigen in Heimen möglichst sicher machen soll. Auch und vor allem über Weihnachten. Denn eine komplette Schließung und Abschottung von Heimen wie sie in der ersten Welle praktiziert wurde, will niemand mehr. Am wenigsten wohl die Heimbewohner selbst.

Das eigentliche Problem liegt bei Tests und Personal

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Allerdings wirkt Spahn mit diesem Leitfaden ein wenig wie ein Arzt, der ein buntes Heftpflaster auf eine tiefe Schnittwunde klebt. Die theoretischen Handreichungen schaden natürlich nicht. Und viele Heime praktizieren die darin enthaltenen Tipps, wie entzerrte Besuchszeiten oder Treffen auf den Zimmern statt in den Gemeinschaftsräumen, wohl schon längst.

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Die eigentlichen Probleme der Heime liegen ganz woanders. Beispielsweise in noch immer fehlenden Schnelltests für Besucher oder Schutzkleidung für das Personal. Dass es bisher keine ausreichenden Kapazitäten auf dem Markt gibt, liegt nur teilweise in der Verantwortung der Regierenden. Dass die Verteilung der knappen Ressourcen eher schleppend und bürokratisch verläuft und es oft an freiem Personal fehlt, die Tests vor Ort überhaupt vorzunehmen, hingegen schon.

Mindestens im letzten Punkt wären nun kreative Lösungen gefragt, um das oft beklatschte Pflegepersonal von dieser Aufgabe zu entlasten. Zur Not stünde dafür wohl auch die Bundeswehr bereit.




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