• Startseite
  • Politik
  • Alltag unter Corona: RND-Stimmungsbarometer zu Maskenpflicht, Urlaub und mehr

Wie geht’s, Deutschland? Die Ergebnisse des RND-Stimmungsbarometers

  • Wie erleben die Leserinnen und Leser von RND.de den Alltag unter Corona?
  • Mit unserem Stimmungsbarometer wollten wir das herausfinden – und fanden großes Echo. Teils über 2000 Teilnehmer beantworteten unsere zehn Fragen zur Lage der Nation.
  • Eine große Mehrheit fürchtet weitere Folgen der Pandemie, hält sich an die Maskenpflicht und hat auf Fernreisen verzichtet. Doch es gibt auch umstrittene Punkte.
Anzeige
Anzeige

Berlin. Deutschland ist in einer neuen Normalität angekommen. Dazu gehört, dass trotz der Corona-Pandemie Teile des öffentlichen Lebens wieder im Regelbetrieb laufen, zu dem nun allerdings verschiedene Hygieneauflagen gehören. Dazu gehört aber auch, dass nach wie vor Großveranstaltungen verboten sind, Reisen mit Risiken behaftet ist und die Angst vor wirtschaftlichen Schäden und Arbeitslosigkeit ebenso präsent ist wie die vor neuen Infektionswellen.

Was aber macht das mit dem Alltag von Ihnen als Leserinnen und Leser? Haben auch Sie Sorgen oder hat sich Ihr Leben durch das Virus gar nicht so sehr verändert?

Um Ihre Stimmung und Ihre Erfahrungen zu sammeln und zu einem Stimmungsbild zu erfassen, haben wir Ihnen zehn Fragen gestellt. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, die Beteiligten wurden nicht redaktionell oder demoskopisch ausgesucht, sondern haben aus eigenem Antrieb abgestimmt. Es ergibt sich das Bild.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Ihre größten Sorgen in der Corona-Krise

Nur eine sehr kleine Gruppe unserer Leser hat keine Angst vor Corona: 7 Prozent der Teilnehmer gaben an, weder gesundheitlich, noch wirtschaftliche oder soziale Folgen der Pandemie zu fürchten.

Die größte Sorge bleibt dagegen mit klarem Abstand die vor Kranken und Toten durch eine Infektion: 43 Prozent der Teilnehmer fürchten das am meisten, gefolgt von 28 Prozent, die in erster Linie Wirtschaftskrise und Rezession fürchten – dicht gefolgt von der Sorge, dass es Menschen gibt, die zwar Homeoffice, aber keine finanziellen Einbußen erdulden müssen, und dass es Kindern trotz geschlossener Schulen je nach Elternhaus verschieden gut geht: Die Befürchtung, dass die Krankheit, ihre Folgen und die Präventivmaßnahmen zu steigender sozialer Ungleichheit führen, teilen 22 Prozent. Abgestimmt haben bisher insgesamt knapp 1600 Teilnehmer.

Kaum Schäden für die Partnerschaft

Anzeige

Ungleiche Verteilung der zusätzlichen Hausarbeit und Kinderbetreuung zulasten eines Partners, angespannte Stimmung im gemeinschaftlichen Stubenarrest – oder doch Freude über mehr gemeinsam verbrachte Zeit?

Was die Auswirkungen von Pandemie und Kontaktbeschränkungen angeht, gibt die Mehrheit der User an: Verschlechtert hat sich meine Partnerschaft eher nicht. Nur 16 Prozent der Teilnehmer empfinden es so. 37 Prozent stellen sogar eine Verbesserung fest. Die größte Gruppe und fast die Hälfte der knapp 1500 Teilnehmer stellen keine Auswirkungen fest – oder dass sich positive und negative Effekte die Waage halten.

Fast die Hälfte der Befragten spürt finanzielle Einbußen

Für die große Mehrheit der Befragten hat die Krise keine finanziellen Auswirkungen: 58 Prozent der mehr als 1600 Stimmen gibt das an. Rund 40 Prozent der Befragten spüren aber auch finanzielle Einbußen: Über ein kleineres Minus klagt immerhin fast ein Viertel, jeder zehnte ist in Kurzarbeit, 6 Prozent haben ihre Arbeit verloren. Zu Mehreinnahmen führte die Krise nur bei 2 Prozent der Teilnehmer.

Eingeschränkter Urlaub

Fernreisen in der Ferienzeit sind durch Corona auch bei unseren Lesern ausgefallen: Nur 3 Prozent gaben an, im Sommer eine Fernreise per Flug angetreten zu haben. Auch innerhalb Europas waren Flugreisen mit 6 Prozent die Ausnahme. Die größte Usergruppe blieb zu Hause oder hatte noch keinen Urlaub (55 Prozent), innerhalb von Deutschland machten 36 Prozent Urlaub. Abgestimmt haben knapp 1630 Teilnehmer.

Zufrieden mit der Bundesregierung

Von den knapp 1600 Lesern und Leserinnen, die abgestimmt haben, sind mehr als die Hälfte zufrieden oder eher zufrieden mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung (51 Prozent), unentschieden oder mittelmäßig zufrieden ist ein weiteres Fünftel. Unzufrieden oder eher unzufrieden ist ein knappes Drittel.

Maskenpflicht wird befolgt

Zu den großen gesellschaftlichen Streitthemen gehört die Maskenpflicht im öffentlichen Raum, die erstens in geschlossenen Räumen wie Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln und zweitens überall dort, wo kein Abstand gehalten werden kann.

In unserer Umfragen haben knapp 1750 Menschen abgestimmt – fast alle halten sich an die Maskenpflicht: 78 Prozent gaben an, sich immer daran zu halten, weitere 13 Prozent halten sich meistens daran. Nur eine kleine Minderheit von 4 Prozent gab an, sich nur selten an die Pflicht zu halten, weitere 4 Prozent halten sich nie daran.

Vollbetrieb an Schulen und Kitas

Dass Kitas und Schulen nach den Sommerferien wieder in einen Regelbetrieb übergangen sind, der unter verschieden strengen Corona-Auflagen stattfindet, ist unser den Teilnehmern der Umfrage schon umstrittener: Von knapp 1600 Stimmen findet es eine Mehrheit von 49 Prozent eher begrüßenswert, eher dagegen sind 38 Prozent, unentschieden sind 13 Prozent.

Offen für Vergnügungsveranstaltungen

Das größte Echo im RND-Stimmungsbarometer fand die Frage nach Party, Feiern, Fußball und Co.: Knapp 2100 Teilnehmer stimmten darüber ab, ob reine Vergnügungsveranstaltungen wieder stattfinden sollten. Eine klare Mehrheit ist dafür: Ein Fünftel aller Befragten ist “auf jeden Fall” dafür, weitere 41 Prozent (und damit die größte Gruppe) für eine Fortsetzung der Veranstaltungen unter strengen Auflagen. Insgesamt sind also 61 Prozent der Teilnehmer offen dafür, wieder mehr Events zu wagen. 36 Prozent sprachen sich dagegen aus. Nur 3 Prozent ist es egal.

Sorge vor einer zweiten Infektionswelle

Unter den knapp 1600 Teilnehmern, die bei der entsprechenden Frage mit abstimmten, überwiegt die Sorge vor einer zweiten Corona-Welle in Deutschland: Auf einer Skala von null bis zehn stuften die meisten ihre Sorge bei acht ein, gefolgt von denen, die die Höchstzahl angaben und auf Rang drei denen, die den Mittelwert fünf angaben. Kleine Sorgen unterhalb der Stufe fünf sind deutlich seltener.

Maßnahmen bei einer zweiten Welle

Falls die zweite Infektionswelle tatsächlich käme – was müsste dann anders gehandhabt werden als bei der ersten in diesem Frühjahr? Auf diese Frage antworteten die meisten Stimmen (41 Prozent) mit “Mehr lokal begrenzte Maßnahmen”. Das ist momentan der gültige Kurs von Bundes- und Landespolitik: Es sollen dort Einschränkungen verhängt werden, wo Corona-Hotspots entstehen, um die Infektionen einzudämmen.

Für eine härtere Kontrolle der Corona-Regeln sprachen sich 37 Prozent der Teilnehmer aus. Über ein bundesweites Mindestbußgeld für Maskenverweigerer hatten auch die Ministerpräsidenten gerade debattiert. Außer in Sachsen-Anhalt kommt es nun in allen Bundesländern mit der Mindesthöhe von 50 Euro.

Für frühere Reiseverbote, um die Infektionen einzudämmen, sind 13 Prozent unserer User. Keine anderen oder keine weiteren Maßnahmen würde immerhin noch jeder zehnte Teilnehmer empfehlen.

RND

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen