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„Farbe bekennen“: Grünen-Vorsitzkandidatin Lang für allgemeine Impfpflicht

Die Grünen-Vorsitzkandidatin Ricarda Lang will sich an einem Antrag zur allgemeinen Impfpflicht ab 18 Jahren beteiligen.

Berlin.Die Grünen-Vorsitzkandidatin Ricarda Lang ist für eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus. Zwar sei es gut, dass im Bundestag ernsthaft diskutiert werde und unterschiedliche Möglichkeiten auf dem Tisch lägen, sagte Lang der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Aber ich finde es auch wichtig, an dieser Stelle Farbe zu bekennen. Ich werde mich an einem Antrag zur allgemeinen Impfpflicht ab 18 Jahren beteiligen und meinen Teil dazu tun, diese mit auf den Weg zu bringen.“ Lang stellt sich beim Grünen-Parteitag an diesem Freitag und Samstag gemeinsam mit Omid Nouripour zur Wahl für die neue Doppelspitze der Partei.

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„Wir müssen die Beschneidung der freien Gesellschaft durch andauernde Einschränkungen im Alltag abwägen gegen einen Eingriff in die Freiheit des Einzelnen durch eine mögliche Impfpflicht“, argumentierte Lang. „Im Ergebnis komme ich auf eine positive Freiheitsbilanz bei der Impfpflicht, weil sie verhindert, dass wir in immer wieder neue Wellen reinrutschen.“ Sie helfe, eine Überlastung des Gesundheitssystems, viele Tote und Corona-Langzeitschäden zu verhindern, und verhelfe der Gesellschaft wieder zu mehr Freiheit. Eine allgemeine Impfpflicht sei kein Allheilmittel, aber ein wichtiger Baustein auf dem Weg aus der Krise.

Lang fordert Bußgelder

Dies gelte, auch wenn sich neue Varianten des Virus entwickelten, so Lang. „Wir sollten jetzt nicht abwarten bis wir im Herbst möglicherweise in einer ähnlichen Situation sind wie in den vergangenen beiden Jahren, sondern jetzt mit der allgemeinen Impfpflicht dafür sorgen, eine hohe Impfquote zu erreichen und damit zukünftige Wellen verhindern.“ Die Einführung eines Impfregisters würde aktuell zu viel Zeit kosten, allerdings müsse mit Bußgeldern gearbeitet werden.

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„Zur Impfpflicht muss aber natürlich auch ein Impfrecht gehören“, betonte Lang, die mehr umfassende Beratung und Angebote in unterschiedlichen Sprachen forderte. „Die Impfung muss zu den Menschen kommen und nicht die Menschen zur Impfung.“ Viele seien noch für eine Impfung empfänglich. Für junge Menschen könnten verstärkt Chat- oder Online-Beratungen angeboten werden.

Lang warnte aber auch: „Wir dürfen uns in der Debatte um die Impfpflicht nicht von einem kleinen Teil der Bevölkerung treiben lassen, der sich stark radikalisiert hat, der sich gegen staatliche Verwaltung als solche stellt und womöglich Polizistinnen oder Journalisten angreift.“

RND/dpa

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