Alkoholsteuer: Ein paar Prozent mehr dürften es schon sein

  • Die Grünen denken laut über eine moderate Anhebung der Alkoholsteuer nach.
  • Populär dürfte ein solcher Schritt nicht unbedingt sein.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen aber sinnvoll, kommentiert Christian Burmeister.
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Berlin. Mehr als 20 Euro für ein Sixpack Bier – in Skandinavien ist man damit noch gut bedient, denn die nordeuropäischen Länder erheben extrem hohe Steuern auf Alkohol. In Deutschland würde Vergleichbares wahrscheinlich zu einem Aufstand führen. Und so ist der zarte Vorstoß der Grünen zur Alkoholsteuer durchaus gewagt.

Aber er ist auch nicht völlig abwegig. Zwar stagnierte der Alkoholkonsum pro Kopf zuletzt und Phänomene wie „Koma-Saufen“ bei Jugendlichen sind weitgehend aus den Schlagzeilen verschwunden. Trotzdem ist die Bundesrepublik im weltweiten Vergleich nach wie vor ein „Hochkonsumland“ für Alkohol. Die gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Kosten durch Alkoholmissbrauch sind gewaltig.

Raucher können von Ähnlichem nur träumen

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Und dennoch verzichtet der Staat in diesem Fall auf ein wichtiges Instrument, das das Konsumverhalten erheblich beeinflussen kann: die Steuerschraube. Seit fast 20 Jahren haben sich die wichtigsten Alkoholsteuern nicht verändert. Beachtet man die Inflation, hat der Staat das Rauschmittel also sogar verbilligt. Eingefleischte Raucher hätten sich wohl ähnliches gewünscht. Bekanntlich ist bei Zigaretten das Gegenteil passiert.

Klar: Alkohol und vor allem Bier ist hierzulande – anders als Zigaretten – ein Kulturgut mit langer Geschichte. „Skandinavische Verhältnisse“ würden deshalb wohl mehrheitlich zu Recht als lustfeindlich abgelehnt. Aber wenigstens einen Inflationsausgleich bei der Alkoholsteuer einzubauen, wäre durchaus angebracht. Es gäbe genug Möglichkeiten, beispielsweise bei der Mehrwertsteuer, um die Bürger im Gegenzug zu entlasten.