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Weidel soll jahrelang Gefälligkeiten von einem Berater erhalten haben – ihr Sprecher dementiert

  • Alice Weidel hat nach Recherchen von NDR, WDR und „Zeit“ offenbar jahrelang von Zuwendungen eines Politikberaters profitiert.
  • Demnach erhielt die Spitzenkandidatin der AfD verschiedene finanzielle Unterstützungen und Gefälligkeiten.
  • Einige Leistungen soll Weidel bei ihrer politischen Arbeit genutzt haben, andere privat – ihr Sprecher dementiert den Bericht.
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Berlin. Die Spitzenkandidatin der AfD für die Bundestagswahl, Alice Weidel, hat einem Bericht zufolge über Jahre von finanziellen Zuwendungen und Gefälligkeiten sowie Ratschlägen des umstrittenen Berliner Unternehmers Friedel Opitz profitiert. Das geht aus einer eidesstaatlichen Versicherung von Opitz hervor, die der „Zeit“, dem NDR und WDR zusammen mit zahlreichen weiteren Dokumenten vorliegen.

Demnach will Opitz Sachleistungen von rund 10.000 Euro für Weidel übernommen haben. Darunter fallen Handys, Mietautos und Urlaubsreisen. Nur einen Teil soll Weidel zurückgezahlt haben. Einige Leistungen soll Weidel bei ihrer politischen Arbeit genutzt haben, andere privat.

Fotos von Weidel belegen teuren Mallorca-Urlaub

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Laut den Recherchen buchte Opitz für Weidel im Frühjahr 2018 einen teuren Familienurlaub auf Mallorca für mehr als 3.500 Euro. Fotos und Rechnungen sollen den Aufenthalt belegen. „Die Zahlung der in Rechnung gestellten Beträge für die Mallorca-Reise in 2018 ist bis heute nicht erfolgt“, versicherte Opitz eidesstattlich.

Weidel soll auf Nachfrage den Kontakt zu Opitz bestätigt haben. Sie teilte jedoch mit, dass sie ihm „nichts schuldig geblieben“ sei. Später erklärte ein Sprecher, Weidel und ihre Ehefrau hätten Opitz vor Ort Bargeld vorgestreckt, da seine Kreditkarte nicht funktioniert habe. Opitz bestreitet dies.

Eine eidesstattliche Versicherung wollte Weidel auf Nachfrage von „Zeit“, WDR und NDR nicht abgeben. Ihr Sprecher sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Frau Weidel hat keinerlei Beratungsleistungen von Herrn Opitz in Anspruch genommen. Auch von einer finanziellen Unterstützung seinerseits kann keine Rede sein. Der besagte Hotelaufenthalt für Frau Weidel und Begleitung wurde Herrn Opitz vorgestreckt. Eine Rechnung in der besagten Höhe entspricht zudem nicht den tatsächlichen Kosten, die weit niedriger waren. Die Rechnung entbehrt jeglicher Grundlage.“

Pikant an der Enthüllung ist, dass Weidel dem Politikberater Opitz kurz vor der Reise eine Stelle als ihr strategischer Berater im Bundestag angeboten hatte, die auch aus öffentlichen Geldern bezahlt worden wäre. Opitz lehnte das Jobangebot nach eigenen Angaben ab, weil er kein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis eingehen wollte. Weidel bestreitet wohl einen Zusammenhang zwischen der Mallorca-Reise und dem Jobangebot an Opitz.

Bei der Bundestagswahl 2017 soll Weidel zudem jeweils mehrere Monate lang einen Volvo, den ihr Opitz’ Firma auf ihren Wunsch hin überlassen haben will, gefahren haben.

RND/ar

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