Gauland und Weidel als AfD-Fraktionschefs wiedergewählt

  • Die AfD-Bundestagsfraktion hat ihr Führungsduo im Amt bestätigt.
  • Gauland und Weidel traten ohne Gegenkandidaten an.
  • Sie wurden mit 77,91 Prozent wiedergewählt.
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Berlin. Die AfD-Bundestagsfraktion hat Alice Weidel und Alexander Gauland erneut zu ihren Vorsitzenden gewählt. Bei der Wahl am Dienstag gab es nach Angaben aus der Fraktion keine Gegenkandidaten. Das Duo, das gemeinsam antrat, erhielt demnach knapp 78 Prozent der Stimmen der Abgeordneten.

Gauland zeigte sich von dem mäßigen Ergebnis nicht überrascht. "Das stellt für mich überhaupt kein Problem dar", sagte er im Anschluss an die Wahl. "Ein Problem wäre gewesen, wenn wir fast 100 Prozent bekommen hätten. Das wäre nicht ehrlich gewesen."

Auch gegen Tino Chrupalla, der den Angaben zufolge mit rund 65 Prozent als Fraktionsvize bestätigt wurde, wollte niemand antreten. Er wird parteiintern als möglicher Nachfolger von Alexander Gauland an der Parteispitze gehandelt. Insgesamt gab es wenig Veränderungen. Als Stellvertreter bestätigt wurden auch Leif-Erik Holm aus Mecklenburg-Vorpommern und Beatrix von Storch. Sie setzte sich knapp gegen Gottfried Curio durch, der wie sie dem Berliner Landesverband angehört. Curio scheiterte auch bei seinem zweiten Versuch gegen den rheinland-pfälzischen Abgeordneten Sebastian Münzenmaier.

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Rhetorischer Scharfmacher

Der Berliner war in den sächsischen und brandenburgischen Landtagswahlkämpfen mehrmals aufgetreten und gilt als rhetorischer Scharfmacher. Ob er für den Parteivorstand auf Landes- und Bundesebene kandidiert, lässt er offen.

Das beste Ergebnis erzielte mit über 90 Prozent Bernd Baumann aus Hamburg, der auf seinem Posten als Erster Parlamentarischer Geschäftsführer bestätigt wurde. Als weitere Parlamentarische Geschäftsführer wurden Roland Hartwig (NRW), der Berliner Götz Frömming und Enrico Komning gewählt.

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Weidel verteidigte ihren Auftritt beim neurechten "Institut für Staatspolitik" in Schnellroda am vergangenen Wochenende. Das Institut sei "eine wichtige Vorfeldorganisation für die AfD". Sie habe in ihrem Vortrag darauf gedrungen, dass die AfD keine Demonstrationen mehr veranstalte, sondern "die parlamentarische Arbeit konstruktiv wenden" müsse, "bis hin zur Regierungsfähigkeit".

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