Sea-Eye berichtet von dramatischen Szenen auf “Alan Kurdi”

  • Eigentlich sollen die Flüchtlinge an Bord des Rettungsschiffs “Alan Kurdi” auf ein größeres Schiff gebracht und dort wegen der Corona-Krise unter Quarantäne gestellt werden.
  • Doch bislang ist das nicht erfolgt.
  • Nun berichtet die Organisation Sea-Eye von dramatischen Szenen auf dem Rettungsschiff.
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Regensburg, Rom. Die Lage auf dem deutschen Rettungsschiff "Alan Kurdi" mit 149 Flüchtlingen an Bord spitzt sich offenbar zu. Wie die Betreiberorganisation Sea-Eye am Donnerstag mitteilte, mussten drei Personen vom Schiff evakuiert werden. Dabei sollen sich dramatische Szenen abgespielt haben, als sich drei Boote der italienischen Küstenwache näherten.

“Die Menschen sind total verzweifelt und werden seit zehn Tagen auf der ‘Alan Kurdi’ festgehalten”, sagte Einsatzleiter Jan Ribbeck. “Sie deuteten an, ins Wasser springen zu wollen, um die italienischen Boote zu erreichen und ließen sich kaum beruhigen.”

Am Sonntag hatte das italienische Verkehrsministerium einen Lösungsvorschlag gemacht. Demnach sollten die Geflüchteten auf ein größeres Schiff evakuiert werden, um dort besser versorgt und unter Quarantäne gestellt zu werden. Bis dato liegen der Crew nach eigenen Angaben aber keine Information über Ort und Zeitpunkt der Evakuierung vor.

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Häfen von Italien, Malta und Libyen sind in der Corona-Krise geschlossen

“Die italienischen Behörden sind weiter bei der Vorbereitung eines Schiffes, auf das die 149 Personen verlegt werden können”, habe das Auswärtige Amt am Mittwochabend der Einsatzleitung von Sea-Eye mitgeteilt.

Die Häfen von Italien, Malta und Libyen sind in der Corona-Krise geschlossen. Den verbliebenen 146 Menschen an Bord der "Alan Kurdi" und 43 weiteren Flüchtlingen auf dem spanischen Rettungsschiff "Atta Mari" wird momentan ein sicherer Hafen verwehrt. Unterdessen sollen am Osterwochenende weitere Seenotfälle bekanntgeworden seien, ohne dass ein Rettungsschiff geschickt wurde, hieß es.

"Die gesteigerte Brutalität gegen Flüchtende und die neue Härte gegen Rettungsorganisationen kann nur mit dem Versuch der abschreckenden Wirkung erklärt werden", sagte Sea-Eye-Sprecher Gorden Isler. "Ein solidarisches Verhalten der EU-Mitgliedsstaaten gegenüber Italien und Malta ist längst überfällig."

RND/epd

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