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  • Aktuelle Corona-Lage: Heute beraten Merkel und Großstädte - diese Fragen sind jetzt wichtig

Corona, die Großstädte und das Treffen mit Merkel - das müssen Sie wissen

  • Die Corona-Infektionszahlen steigen in Deutschland wieder stark an - vor allem in den Großstädten.
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt daher heute mit den Oberbürgermeistern der größten deutschen Großstädte zusammen, um mit ihnen über die Lage zu beraten.
  • Wie die Situation in den Städten aussieht, und warum sich nun Merkel einschaltet - wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.
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Berlin/Frankfurt/Main. Täglich steigt die Zahl neuer Corona-Infektionen - und das besonders in Großstädten und Ballungsregionen. Wird sich hier die Lage kritisch zuspitzen? Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erörtert die Lage an diesem Freitag mit den Oberbürgermeistern der größten deutschen Großstädte. Wir beantworten die wichtigsten Fragen dazu.

Wie sieht die Corona-Situation in den größten deutschen Städten aus?

In vielen deutschen Städten steigen die Ansteckungszahlen. Zuletzt hatten Berlin, Bremen und Frankfurt mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den letzten sieben Tagen registriert. Gleich jenseits der Frankfurter Stadtgrenze, in der Nachbarstadt Offenbach, betrug der für die Entwicklung der Pandemie wichtige Schwellenwert am Donnerstag sogar 68,3. Auch die Millionenstadt München hatte vor Kurzem schon einmal eine höhere Zahl berichtet, Köln und Essen lagen zuletzt noch knapp unter der Schwelle.

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Warum ist gerade dieser Grenzwert von 50 wichtig?

Auf diesen Warnwert haben sich die Bundesländer verständigt, um dann auf die Pandemie reagieren zu können. Zum einen soll die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen - die Entwicklung der Pandemie regional vergleichbar machen.

Wie reagieren die Städte auf die steigenden Infektionszahlen?

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Alkoholverbote auf öffentlichen Plätzen, eine Ausweitung der Maskenpflicht und eine Sperrstunde für die Kneipen und Restaurants - solche und andere Gegenmaßnahmen sind in einigen Städten bereits eingeleitet worden. Auch die Teilnehmerzahlen für private Feiern wurden zum Teil eingeschränkt. Gerade private Partys und Feiern stehen zunehmend im Fokus bei lokalen Corona-Ausbrüchen, wenn auch nicht nur in Großstädten. “Ich werde in dem zweiten Gespräch mit der Kanzlerin dafür werben, dass sich die Metropolen bei ihren Corona-Maßnahmen noch besser koordinieren”, sagte der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) der Nachrichtenagentur dpa. “Das schafft Verlässlichkeit und Vertrauen.”

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RKI meldet mehr als 4000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland
2:15 min
Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich angesichts der steigenden Corona-Neuinfektion besorgt gezeigt.  © Reuters

Warum machen nun gerade die Städte Sorgen?

Mittlerweile sind nicht mehr hauptsächlich Reiserückkehrer für steigende Corona-Zahlen verantwortlich, sondern die Gesundheitsämter beobachten viele Ansteckungen innerhalb von Deutschland. Auch wenn es immer wieder zu erhöhten Infektionszahlen durch Ansteckungen bei großen Familien- oder Firmenfeiern, in Großbetrieben oder in Gemeinschaftsunterkünften kam, ist der Anstieg der Infektionszahlen mittlerweile häufig nicht mehr auf solche Einzelereignisse zurückzuführen. In Berlin führt das Robert Koch-Institut in seinem Lagebericht am Donnerstag die steigenden Zahlen auch auf junge, international Reisende und Feiernde zurück, “die sich unterwegs bzw. auch auf Partys anstecken und diese Infektionen dann in ihren Haushalten und Familien verbreiten”.

Sicherlich spielt die großstädtische Enge eine gewisse Rolle. Die Menschen können sich dort nicht so aus dem Weg gehen wie in ländlichen Gebieten, etwa, wenn sie Busse, U-Bahnen oder Busse nutzen müssen. Der Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte kürzlich im ZDF: "Die Pandemie wird in den Metropolen entschieden." Nicht zuletzt wird es dort immer schwieriger, bei stark steigenden Zahlen die Infektionsketten nachzuverfolgen - die Gesundheitsämter könnten da schnell an ihre Grenzen kommen. Auch Städtetags-Präsident Burkhard Jung sagte der dpa: "Ob es gelingt, die zweite Corona-Welle zu bremsen, wird sich in den nächsten Wochen in den großen Städten entscheiden."

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Wie sehen Experten derzeit die Lage?

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, zeigt sich besorgt über die steigenden Zahlen. “Es ist möglich, dass sich das Virus unkontrolliert verbreitet”, sagte er. Denn dann drohen nach Einschätzung der Experten neue Engpässe in den Krankenhäusern - wenn mit steigenden Corona-Zahlen auch die Zahl schwer kranker Corona-Patienten zunimmt. Viele Krankheitsverläufe sind derzeit noch mild - das kann sich aber ändern, wenn vermehrt ältere Menschen an Covid-19 erkranken.

Warum schaltet sich die Kanzlerin direkt ein?

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Die Bundesregierung hat einen Blick darauf, welche Tendenzen es bei größeren Ausbrüchen gibt. Im Sommer waren es meist Fälle mit klar umrissenem Rahmen: in Schlachthöfen oder nach großen Feiern. Nun gebe es “sprunghaft ansteigende Zahlen, insbesondere in einigen Großstädten, die eben nicht mehr einem einzelnen Ausbruchsgeschehen zuzuordnen sind”, erläuterte Regierungssprecher Steffen Seibert. Und das lasse befürchten, dass es zu einer weiteren diffusen Verbreitung kommen könne. Merkel wies auch schon selbst auf “Handlungsbedarf” hin, als sich einzelne Berliner Bezirke kritisch entwickelten. In der Schalte geht es nun um gebündelten Austausch mit den Metropolen.

RND/dpa

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