Aktivisten wollen Aschesäule entfernen – und werden gestoppt

  • Das Zentrum für politische Schönheit hatte in Berlin eine Säule aufgestellt und behauptet, sie enthalte Asche von Opfern der Massenmorde der Nazis.
  • Das hatte dem Künstlerkollektiv viel Kritik eingebracht.
  • Nun hatten jüdische Aktivisten mit der Demontage der Aschesäule begonnen – wurden aber gestoppt.
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Berlin. Jüdische Aktivisten haben am Sonntag in Berlin begonnen, die umstrittene Stahlsäule des Künstlerkollektivs Zentrum für politische Schönheit (ZPS) abzubauen. Eine Gruppe von etwa 20 Menschen versuchte, die gegenüber dem Reichstagsgebäude aufgestellte Säule zu demontieren. Bei Eintreffen der Polizei wurden die Abrissarbeiten unterbrochen.

„Mit Asche von Opfern des Holocaust sollte man keine Kunst und Politik machen“, sagte der Autor Eliyah Havemann am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zur Begründung. Zudem sei er persönlich betroffen. Es bestehe die theoretische Möglichkeit, dass Asche seines Großvaters in der Säule sei. Dagobert Biermann, Vater des Sängers Wolf Biermann und Großvater Havemanns, war im Konzentrationslager Auschwitz von den Nazis ermordet worden.

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ZPS will gegen den Abbau vorgehen

Das ZPS war nach eigenen Angaben nicht über die Aktion informiert und will gegen den Abbau vorgehen.

Das für seine umstrittenen Aktionen bekannte Künstlerkollektiv hatte die Säule Anfang Dezember aufgestellt. Es erntete heftige Kritik, weil es behauptete, die Säule enthalte Asche von Opfern der Massenmorde der Nazis.

Die Stadtbezirksverwaltung hatte den Verantwortlichen nach eigener Angabe eine Frist zur Beseitigung der inzwischen einbetonierten Säule bis 20. Dezember gesetzt. Dagegen hat das ZPS Widerspruch eingelegt.

RND/dpa