AKK warnt vor AfD: “Politischer Arm des Rechtsradikalismus”

  • Auf dem Deutschlandtag der Jungen Union kritisierte die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer die AfD als “politischen Arm des Rechtsradikalismus”.
  • Schon vor dem rechtsextremen Anschlag von Halle habe es “Alarmzeichen” gegeben, die nicht ausreichend beachtet worden seien.
  • Die Parteichefin warnte in ihrer Rede außerdem vor einer türkischen Besatzungszone in Nordsyrien.
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Saarbrücken. Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat die AfD als den "politischen Arm des Rechtsradikalismus" bezeichnet. Der antisemitische Anschlag von Halle sei "eine Schande" und "ein Alarmzeichen, das niemanden von uns kalt lassen darf", sagte Kramp-Karrenbauer am Sonntag beim Deutschlandtag der Jungen Union (JU) in Saarbrücken. Es habe zuvor andere Alarmzeichen gegeben. "Aber das Problem ist, dass keines dieser Alarmzeichen anscheinend so angekommen ist, dass man erkennt: Rechtsradikalismus und der politische Arm des Rechtsradikalismus, die AfD, sind ein wirkliches Problem in Deutschland."

In ihrer Rede vor dem Unionsnachwuchs thematisierte Kramp-Karrenbauer auch den Einmarsch der Türkei in Nordsyrien. Sie warnte vor einer türkischen Besatzungszone in Syrien. "Die Türken sind ein Nato-Partner. Und die Nato ist ein Bündnis, das auf Werten beruht", sagte sie. Demnach müssten die Nato-Mitglieder zur Stabilisierung des Weltfriedens beitragen und diesen nicht destabilisieren. Zu dem türkischen Militäreinsatz erklärte sie: "Wenn es Hinweise gibt, dass die Türkei wirklich plant, in Nordsyrien als eine Art Besatzungsmacht auf Dauer zu bleiben, dann muss es von uns eine klare Antwort geben. Das geht nicht."

Applaus von der Parteijugend trotz internen Unmuts

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CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat dem Unionsnachwuchs bescheinigt, inhaltlicher Vorreiter zu sein. "Wir müssen Schrittmacher sein und nicht die, die im Bremserhäuschen sitzen", rief die wegen schlechter Umfragewerte unter Druck stehende Kramp-Karrenbauer den etwa 1000 Delegierten und Gästen beim Deutschlandtag der Jungen Union (JU) in Saarbrücken zu. Ungeachtet des internen Unmuts über die Arbeit Kramp-Karrenbauers begrüßten die Delegierten die Vorsitzende am Sonntag mit großem Beifall fast wie einen Popstar.

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Videokommentar: „Die Castingshow der Union geht weiter“
2:46 min
Die Lust auf Zukunft scheint sich bei vielen auf die Frage zu beschränken, wer nun der nächste Kanzlerkandidat werden soll. Ein Kommentar von Daniela Vates.  © RND

JU-Chef Tilman Kuban hatte Kramp-Karrenbauer zur Begrüßung mit Blick auf die Landtagswahl in Thüringen Ende des Monats versichert, wenn Wahlkampf anstehe, könne sie sich auf die JU verlassen.

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Kramp-Karrenbauer versuchte schon zu Beginn, die jungen Unionsleute für sich einzunehmen. Sie sei lange selbst für die JU aktiv gewesen, wisse, dass bei einem Deutschlandtag der Sonntagmorgen nach der Party des Vorabends das Härteste sei, was man erleben könne. Man habe ja teilweise den Eindruck gehabt, es habe sich eher um das Format "Germany's next Topmodel" gehandelt, sagte sie ironisch, ohne die gefeierten Auftritte ihrer Konkurrenten wie etwa Friedrich Merz direkt anzusprechen. Sie habe den JU-Kongress aber auch live vom Baltikum aus verfolgt und gesehen, wie hart die Delegierten inhaltlich gearbeitet hätten.

Immer wieder wurde ihre Rede von Applaus unterbrochen. Als Kramp-Karrenbauer von ihren jüngsten Auslandsreisen als Verteidigungsministerin berichtete und verlangte, die Bundeswehr müsse so ausgestattet werden, dass die deutschen Soldaten wieder gesund zurückkommen könnten, erhielt sie rhythmischen Beifall. Die CDU dürfe sich nicht in internen Debatten verlieren und bei den wichtigen politischen Themen nicht hinterherhinken, sondern Schrittmacher sein, mahnte Kramp-Karrenbauer.

RND/dpa

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